C64 Test: "Luma"



Samstag 30 Mai 2020 von Trixter C64, C64 Test keine Kommentare

(Shallan/2020)

Extra Life Charity Twitch-Livestream

Bei Luma handelt es sich um ein Puzzlespiel, welches vom (englischen) Twitch-Streamer Shannon in einem 16 stündigen Livemarathon erstellt wurde, um damit Spenden zu generieren, die über die Aktion "Extra-Life" lokale (US) Krankenhäuser unterstützt, bzw. die kranken Kinder darin. Diese Aktion war nicht nur für die Zeit des Livestreams beschränkt, sondern gilt auch jetzt noch - bei jedem Kauf des Spieles unterstützt ihr aktiv, aber indirekt, kranke Kinder. Alleine das sollte es schon wert sein, das Spiel zu kaufen. Ob es sich allerdings auch spielerisch lohnt, erfahrt ihr in diesem Test...

Zunächst einmal fällt auf, daß das Spiel ohne irgendwelche Beigaben, zB. Anleitung, Story, Intro, ect. daher kommt und als Onefiler auf der Disk vorliegt. Dieser ist exakt 80 Blöcke groß und schnell eingeladen. Nach dem Start kommt man direkt ins Hauptmenü des Spieles. Dort kann man aus mehreren Modis wählen oder ein Passwort eingeben. Die Unterschiede zwischen "Normal" und "Practice" sind schnell erklärt - im Practice-Modus hat man unendlich viele Spielzüge (Bewegung) zur Verfügung und kann Level überspringen (zur Übung um später den richtigen Weg zu finden) - allerdings werden hier keine Passwörter ausgegeben. Es empfiehlt sich - sollte man im normalen Modus scheitern - in den Practice-Modus zu gehen um dort ohne Beschränkungen experimentieren zu können. Denn wie schon der Umkehrschluss vermuten läßt, sind im normalen Modus nur eine fest vorgegebene Anzahl von Schritten möglich, um ein Level erfolgreich abschließen zu können. Da nach jedem Level das Paßwort angezeigt wird und man jederzeit das Spiel verlassen kann, bietet sich das geradezu an. Ein nettes Feature.

Starten wir mal ein reguläres Spiel und schauen uns den Screen einmal näher an. Einige Level enthalten einen Infotext, der über bestimmte Funktionen oder Neuerungen aufklärt - darauf wird man am Anfang öfters stoßen, während man später keine mehr zu Gesicht bekommt, da man irgendwann alle Elemente des Spieles kennengelernt hat. Diese Infotexte sind überspringbar mit dem Feuerknopf. Im rechten Bildschirmbereich sehen wir die Nummer des aktuellen Level, darunter die der schon getätigten Züge, dann in welchem Modus wir uns befinden und darunter auch den Namen des Levelerstellers (scheinbar wurden die Level live mit Hilfe der Zuschauer erstellt). Ganz am unteren Bildschirmrand fliegt ein Text vorbei, der über die Tastaturfunktionen aufklärt. (etwa wie man zurück ins Hauptmenü kommt, wie man den Level neu startet oder die Musik abstellt - und - wenn man im  Practicemode spielt - die Level skipt). Den größten Teil des Bildschirmes nimmt das Spielgeschehen selbst ein. Dort sehen wir in einem gut erstellten Grafikstil den Aufbau des Levels, mindestens eine Batterie, einen Laser, ein paar Spiegel und einen Endpunkt, der zum Leuchten gebracht werden muss. Ziel des Spieles ist es, die Batterie zum Laser zu bringen (Strom) und den Laserstrahl so umzuleiten (Spiegel), daß am Ende die Lampe leuchtet. Im Grunde ein ähnliches Spielprinzip wie einst bei Deflektor. Hier ist es aber so, daß Spiegel oder der Laser selbst nicht um die eigene Achse gedreht werden können. Alle Elemente bleiben in der Form fest bestehen, wie das Level startet. Was verändert werden kann, ist die Position der Elemente (außer die des Endpunktes, also der Lampe - die ist immer fest vorgegeben). Beim Verschieben ist zu bemerken, daß die Elemente immer solange in eine Richtung verschoben werden, bis sie auf ein Hindernis stoßen.

Auch die Richtung des Lasers ist fest vorgegeben, dh. er strahlt in eine bestimmte Richtung, welche nie verändert werden kann. Spiegel können von beiden Seiten "bestrahlt" werden und es ist auch nur eine Batterie für mehrere Laser nötig, wenn man diese richtig platziert. Nun gilt es logisch zu kombinieren, wie man die Elemente eines Levels so zusammenstellt, daß am Ende die gestellte Aufgabe erfüllt ist. Später kommen natürlich noch weitere Laser(farben) hinzu, die allesamt ihren eigenen (farblichen) Endpunkt finden müssen. (verschiedenfarbige Laserstrahlen dürfen sich übrigens auch überschneiden) Leuchten alle Endpunkte, ist das Level geschafft, man erhält ein Passwort und ab geht´s in den nächsten Level. Viel mehr gibt es zum Spielprinzip nicht zu sagen, daher kommen wir auch schon zur technischen Seite.

Die Grafik ist nett gestaltet und läßt keine Fragen offen. Man erkennt auf Anhieb um was es sich handelt und kann sofort ins Spielgeschehen einsteigen. Der Ausschnitt (Cursor) den der Spieler steuert, reagiert stets präzise - man geht damit auf ein Element, welches verschoben werden soll und drückt den Feuerknopf plus die entsprechende Richtung - fertig. Wenn es das Level zuläßt (ist abhängig von der Ballustrade), lassen sich einmal verschobene Elemente erneut verschieben. Während ein Level (im Practice-Modus) mehrere mögliche Lösungen akzeptiert, ist es im normalen Modus eine fest vorgegebene Lösung, die der Spieler ermitteln und erreichen muss.

Eigene Musiken gibt es im Startmenü un dim Spiel selbst (plus einem Jingle bei Erfolg) - allerdings ist es immer die Selbe. Deswegen wurde vermutlich auch die Funktion des Musikabschaltens implementiert, da diese sich zwar eine lange Zeit gut aushalten läßt, aber irgendwann auch recht eintönig werden kann. Insgesamt gesehen, ist die Musik aber von hoher Qualität. 

Das Gameplay ist solide - allerdings halten sich die Schwierigkeitsgrade der einzelnen Level nicht an einer aufbauenden Linie - eben deshalb, weil sich viele unterschiedliche Leute an den Leveln versucht haben. Sprich, es gibt immer wieder leichtere und schwerere Level beim Fortgang des Spielens - was aber für eine gute Mischung sorgt. Bugs sind mir auch keine begegnet, also auch hier gibt es nichts zu meckern. Was aber auffällt ist, daß wenn man einen Zug gemacht hat, evtl. schon beleuchtete Lampen, bzw. Laserstrahlen sich neu aufbauen, was ein wenig zeitlich aufhält.

Kommen wir zum Fazit.

Luma ist ein wirklich süchtigmachendes Knobelspiel, welches mit seinen über 128 Leveln einen langen Spielspaß verspricht. Das Passwortsystem ist eine sehr gute Idee um später wieder dort anknüpfen zu können, wo man das Spiel verlassen hat. Auch der Practice-Modus, der schon einmal in alle Level reinschnuppern läßt, ist toll. Selbst wenn man es hier schafft, ein Level zu lösen, bedeutet es noch lange nicht, daß man es im regulären Spiel mit den vorgegebenen und begrenzten Schritten schafft. Hier ist Spielspaß und Langzeitmotivation vorprogrammiert und Puzzlefreunde werden hier ein neues Spiel vorfinden, welches für lange Stunden des Knobelns sorgen wird. Nebenbei unterstützt man damit auch noch kranke Kinder und tut etwas Gutes - so soll es sein.

Ja, wiedereinmal zeigt ein Spiel fernab der sonst dominierenden Spielepublisher, daß auch ganz normale Leute etwas sehr brauchbares Zustande bringen können. Hut ab und eine Empfehlung von meiner Seite!

Luma erhält auf unserer berüchtigten Bewertungsskala von 1 bis 10 eine sehr gute 9.

Puzzlefreunde sollten sich dieses Spiel nicht entgehen lassen und wer für kranke Kinder etwas übrig hat, sollte ebenfalls einen Kauf in Erwägung ziehen. Das Spiel liegt nur in einer Downloadvariante vor und diese liegt aktuell bei 3 US-Dollar.

Spiele dieser Qualität von "normalen" Leuten dürfte es ruhig in Zukunft öfter geben!

https://shallan64.itch.io/luma

Schlagworte : C-64, Test, Digital Talk

Trixter
Administration Nemesiz v4 Projekt
Aufgaben im Nemesiz: Administrator, Autor & Moderator, Übersetzung & Bugfixing
Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

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