Maus Logitech MX Master 2S im Test



Montag 26 August 2019 von Trixter PC/Apple, PC Test keine Kommentare

Was taugt das neue Mausflagschiff vom Marktführer Logitech wirklich? 

Ich hatte eine Lieblingsmaus, die meiner Meinung nach die beste Maus war, die mir je untergekommen war - die erste Laser-Maus der Welt, die MX 1000 Laser. Diese Funkmaus besitzt eine eigene Ladestation, hat ein gewisses Gewicht, ist groß und ultrapräzise. Ich war so begeistert, daß ich seit dem Kauf im Jahre 2004 gleich mehrere anschaffte, damit ich im fliegenden Wechsel weiterarbeiten konnte, wenn eine davon gerade auf der Ladestation stand. Nach rund 10 Jahren begannen die ersten Macken - falsch gedeutete "Doppelklicks" (geprellt) aufgrund der verbauten billigen China-Mikroschalter - ein Manko, mit dem Logitech bis heute zu tun hat, denn sie verbauen diese nach wie vor in all ihren Produkten. Da man sich aber zu helfen weiß, kann man diese gegen neue tauschen (Löten) oder das Innenleben ersetzen (dafür ist nur Ausdauer nötig - wie man in meinem Mausreparaturvideo in meinem YouTube-Kanal sehen kann). Neben diesem Manko liefen die Mäuse aber stets perfekt - keine Defekte oder sonstige Ausfälle. Ich würde diese Maus auch heute noch nutzen, würde sie problemlos mit Windows 7 (64Bit) funktionieren. Nach meinem Systemcrash auf die neue Hardware stellte sich aber heraus, daß diese nicht kompatibel ist. Man kann sie zwar anschließen und nutzen - aber sie "spinnt" dann. Der Mauspfeil springt wie verrückt, es werden Aktionen selbstständig ausgelöst (Menüauswahl irgendwelcher Programme gehen auf - mehr noch, werden aktiviert - auf die Weise sind mir sogar Daten von der Festplatte gelöscht worden) - kurzum, unter Win7 64Bit ist die Maus unbrauchbar. Unter Win7 32Bit waren diese Dinge ebenfalls vorhanden, aber man konnte sie abstellen indem man intern diverse Dinge um/abschaltete. Etwa den USB-Stromsparmodus deaktivierte, den Logitech-Treiber nutzte usw. - damit waren diese Macken Geschichte. Bei 64Bit habe ich es genauso eingestellt, aber vermutlich beißt sich der Logitechtreiber mit dem neuen System, da es zu dieser Zeit noch gar keine 64Bit-Treiber gab. (bis heute nicht)

Wie auch immer - passender Ersatz mußte her und so begab ich mich auf die Suche. Leider mußte ich feststellen, daß es heutzutage so gut wie keine Maus mehr mit einer Ladestation gibt - bis auf ein Modell von einem Discounter und Billigmäusen aus China, die man auch dort kaufen mußte. Das kam nicht in Frage. Bei meinem neuen System lag eine mit Kabel von Cherry bei - die war zwar ganz nett, aber das Kabel störte (die Maus bewegte sich aufgrund der Zugkraft von alleine) und sie war leicht wie eine Feder (kein Widerstand) - zudem war sie mir nicht präzise genug. Für das Surfen im Netz und andere PC-Arbeiten ganz in Ordnung, aber nicht für pixelgenaues Arbeiten in einem Grafikprogramm geeignet. (Cherry GENTIX)

Gut, dann muss es also doch Logitech sein. Die MX Master war mir mit über 120 Euronen zu teuer, daher fiel die Wahl auf das günstigere Anywhere 2S-Model. Was ich nicht wußte - dieses war im Gegensatz zum Vorgänger um zahlreiche Funktionen reduziert worden. Der Verkäufer auf Ebay stellte alte Bilder ein, die noch 8! Tasten aufwiesen - noch dreister war die Erwähnung der selben Tastenanzahl im Beschreibungstext. Das Erstauen war also groß, als sich herausstellte, daß das zugeschickte Ding nur 5 Tasten aufwies. Natürlich redete man sich heraus, Bilder können Beispiele sein und Bla, Bla, Bla. Als ich ihm den Beschreibungstext unter die Nase hielt, konnte er nicht anders als die Maus zurückzunehmen. Aber bis dahin konnte ich das Ding ausgiebig testen. Es ist klein, leicht und gleitet sehr schwer, da es keine "Gleitpads" auf der Unterseite besitzt. Also ein totaler Reinfall mit dem ich absolut nicht zufrieden war.

Da man scheinbar auf Qualität und Versprechen nicht mehr zählen konnte, dachte ich mir, ich teste mal eine dieser Billigmäuse, mit denen Ebay zugeschmissen wird. Für den Preis kriegt man ja um die 8 der Billigmäuse, was so eine Logitechmaus kostet. Also kaufte ich eine sogenannte "Gamer-Blinki-Blinki-Maus" aus chinesischer Produktion - keine 10  Euro teuer, drahtlos, aber ebenfalls unbrauchbar. Gut, sie blinkt schön - aber das empfinde ich eher als störend. Natürlich war die Präzision auch hier nicht gegeben - obwohl versprochen. Das Ding war Markenlos, hatte eine strukturierte Oberfläche und konnte 7 Farben darstellen. Ich hab noch mal nachgeschaut, finde das Funkmodell aber nicht mehr - derzeit scheint es nur die Variante mit Kabel zu geben (falls es euch interessieren sollte - ist aber billige Schrottware, die vermutlich auseinandergefallen wäre nach längerem Gebrauch - das Ding ging wieder retour).

Ich war kurz vor dem Verzweifeln, da spürte meine Frau im lokalen Media Markt die ansonsten mit über 120 Euro teure Logitech MX Master 2S-Maus für 60 Euro auf. Immer noch viel Holz, aber bei einem gut um die Hälfte reduzierten Preis, kann man das Risiko mal wagen. Also wurde das Ding gekauft. Und nun sind wir auch endlich an dem Punkt angelangt, von dem dieser Artikel handeln soll - der MX Master 2S.

Diese Maus hat die ideale Größe (für Männerhände!) und ein gutes Gewicht. Sie gleitet wie ein Traum (ja, sie hat Gleitpads) und ist ultrapräzise. Quasi der direkte Nachfolger meiner MX 1000 Maus - jedenfalls habe ich mich direkt heimisch gefühlt. Sie besitzt zwar keine eigene Ladestation, dafür aber einen Micro-USB-Anschluss. Man kann sie also auch während des Ladens nutzen. Aber das wird kaum nötig sein, da sie innerhalb weniger Stunden (ich meine 2 gezählt zu haben) komplett auflädt und danach über einen ganzen Monat durchhält (bei mir - und das Ding ist übermäßig jeden Tag in Gebrauch). Logitech gibt 70 Tage-Akkulaufzeit bei normalem Gebrauch an - und das kann ich bestätigen. Es reicht, wenn das Ding leer ist, es für 3 Minuten aufzuladen und es hält einen ganzen Tag durch! Das ist kein Werbeversprechen, das macht die Maus wirklich. Toll. (meine MX 1000 hielt keine Woche lang, meist war sie nach 3 Tagen leer - trotz neuen Akkus)

Die Maus kann direkt nach dem Auspacken genutzt werden. Einfach den kleinen USB-Dongle einstecken und loslegen. Alle Funktionen sind auch ohne Extra-Treiber nutzbar. Wer diese allerdings ändern möchte, muss natürlich die Logitech-eigene Software nachinstallieren. Dazu kann ich nichts sagen, da ich diese nicht nutze, bzw. auch keinen Grund bislang sah, diese nachzuinstallieren.

Neben den zwei Maustasten gibt es an der Seite noch zwei weitere Daumentasten und ein Scrollrad. Damit lassen sich zB. im Internetbrowser Seiten vor und zurück gehen. Drückt man das Mausrad (reguläres) kann man im "freien Modus" so nicht nur nach oben und unten Inhalte verschieben, sondern auch zu den Seiten. Dort wo der Daumen aufliegt, gibt es am Boden eine versteckte Taste. Drückt man diese, erscheint (unter Win 7) eine Art Auswahlmenü aller geöffneten Tasks, die in der unteren Leiste liegen. Nein, das ist nicht diese 3D-Geschichte von Aero, sondern tatsächlich ein Menü, von dessen Existenz ich bis dahin noch nichts wußte.

Das mittlere Scrollrad ist auch eine Sache für sich, da man es "stufenlos" schalten kann. Ihr kennt das ja von Mausrädern, daß sie bei jeder Umdrehung einrasten. Das ist hier auch so - aber auf Wunsch kann man dieses Einrasten abschalten - somit kann man stufenlos und superschnell durch Seiten scrollen. Die Umschaltung geschieht dabei mittels einer eigenen Taste, die sich unter dem Scrollrad befindet.

Man kann die Maus auf jeder Oberfläche nutzen - sogar auf Glas. Man spart sich also das Mauspad - praktisch. Man kann die Maus mit bis zu 3 Computern pairen (jeder muss dann natürlich einen dieser USB-Dongle haben) ohne irgendwas umzustecken. Am Boden befindet sich neben dem Ein/Aus-Schalter auch einer zum Switchen zu den anderen Rechnern. Das habe ich allerdings nicht getestet, da ich derzeit nur einen PC im Büro habe - aber interessant ist wohl auch, daß man Daten zwischen den Rechnern über die Maus austauschen - also kopieren kann - so wie ich das verstanden habe auch zwischen PC  und Mac. Aber das kann ich nicht versprechen, da ich auch keinen Mac habe um das mal auszuprobieren.

Ihr seht schon - das Ding kann so einiges und das läßt sich Logitech natürlich auch fürstlich bezahlen. Wo viel Licht ist, ist auch Schatten, daher komme ich nun auf die negativen Dinge zu sprechen. Eigentlich sind es (bislang) nur 2 Mankos - keine wirklichen Fehler.

Das Scrollrad scrollt im "freien" Modus eigenständig schon beim simplen Bewegen der Maus. Daraus resultiert, daß sich Seiten von alleine hoch und runterscrollen können, sollte man zu schnelle Bewegungen ausführen. Das kann man natürlich abstellen, indem man die "Einrastfunktion" per Knopf wieder einschaltet, aber es ist halt umständlich, deswegen nutzt man den freien Modus halt nicht immer, sondern nur dann, wenn es nötig ist - eine Gewöhnungssache. Im "gelockten" Modus passiert es schon mal, daß ein "Zahn" nicht einrastet. Dh. das Rad bleibt zwischen den Zähnen stehen. Beim weitere Arbeiten mit der Maus, kann es sich von selber in eine Richtung entscheiden und dann "springt" zB. kurz die Webseite einen Ticken nach oben oder unten. Auch das ist umschiffbar, indem man darauf achtet, das Scrollrad nach dem Scrollen merkbar einrasten zu lassen.

Die zweite Sache hat mit der linken Maustaste zu tun. Nach 3 Monaten ist mir aufgefallen, daß diese am Meisten benutzte Taste nicht mehr so stramm in ihrer Aufnahme sitzt wie am Anfang. Dh. läßt man den Finger darauf liegen und bewegt ihn zu einer Seite, geht die Taste einen kleinen Spielraum mit. Das war vorher anders - die rechte Taste sitzt nach wie vor bombenfest und hat keinen Spielraum. Dieser Spielraum tut der Funktion natürlich keinen Abbruch - aber sobald man das bemerkt, fällt es einem halt auf. Aber das beeinträchtigt das Arbeiten natürlich nicht wirklich.

Ihr seht - ich jammere da auf höchstem Niveau. Bislang gibt es keine Fehler, Probleme oder wirkliche Kritikpunkte. Wie lange die Microschalter halten werden, kann ich natürlich noch nicht sagen. Auch was die Haltbarkeit des Akkus angeht. Aber... so wie ich aus Bildern von Usern gesehen habe, die das Ding schon auseinandergebaut haben, kann man diese locker tauschen oder reparieren. Die Microschalter liegen alle auf einer Platine, der Akku ist steckbar.

Sollte euch also das Ding für 60 Euro in die Finger kommen, dann schlagt unbedingt zu! Eine bessere Maus gibt es derzeit nicht auf dem Markt. Wer Wert auf Professionalität und Präzision legt und etwas in der Hand halten will, der kann hier nichts falsch machen.

Achtet allerdings darauf, daß ihr nicht das Amazon-Modell erwischt (das steht auf der Verpackung, zB. "for Amazon" oder mit dem Kürzel "AMZ"). Diese Variante ist abgespeckt (Softwareseitig) und kann die von Logitech bereitgestellte Software nicht nutzen! Dies gilt hauptsächlich für das erste Modell der Maus, welches preislich nicht wirklich viel günstiger ist, daher solltet ihr in jedem Fall zur neuen 2S Version greifen.

Links gibt es diesmal nur zum Hersteller - kaufen solltet ihr dort, wo das Teil am Günstigsten ist. Meines stammt von einer Sonderaktion vom Media Markt. Die Maus gibt es übrigens in 3 verschiedenen Farben: Grafit, Midnight Teal und Hellgrau.

Herstellerpreis derzeit (war bis vor Kurzem noch um einiges teurer): 109 Euro

https://www.logitech.com/de-de/product/mx-master-2s-flow

Sollte sich wer fragen, was ich mit meinen alten MX 1000-Mäusen anstellen werde - nun, die werden jetzt an einem Rechner mit Linux genutzt.

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Schlagworte : Test, PC, Apple, Digital Talk

Trixter
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