Retropie - Tutorial - Teil 4 - Roms, Pc + Co.



Sonntag 24 Dezember 2017 von Trixter C64, Emulation, Tutorial RaspberryPi keine Kommentare

Der Pi ist mittlerweile im Netz und solte für die nachfolgenden Schritte angeschaltet sein, da wir viele Dinge jetzt am PC erledigen. In meinem Fall nutze ich Windows 7, aber das sollte bei anderen Windows-Versionen  gleich oder ähnlich ablaufen. Die "Befüllung" der Inhalte (etwa ROMs) können über das Heimnetzwerk bequem erledigt werden. Wer einen Linux-Rechner hat, kann diese natürlich auch manuell ohne Netz aufspielen - hierzu werden die Inhalte einfach in die entsprechenden Ordner auf die SD-Karte kopiert...

Dies kann auch über eine sogenannte Linux-Live-Boot Distribution wie Knoppix geschehen - dies soll an dieser Stelle aber keine große Rolle spielen - wir gehen jetzt davon aus, daß ihr Windows nutzt.                                 

Schaltet euren Pi ein und bootet RetroPie, sodaß die Oberfläche erscheint - im Grunde ist es später eigentlich egal, an welcher Stelle ihr dies macht - das kann auch mitten in der Emulation eines Spieles sein - wichtig ist nur, daß RetroPie läuft.                                  
                                       
Geht dann an euren Windows-PC und ruft euer Netzwerk auf. Falls bei euch auf eurem Desktop kein Netzwerksymbol vorhanden ist, könnt ihr es (unter Win7) so nachrüsten:          
                                        
Klickt mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich des Desktops und wählt den untersten Punkt "Anpassen". Im linken Bereich findet ihr "Desktopsymbole ändern", den ihr ebenfalls anklickt. Macht ein Häkchen bei "Netzwerk" und klickt auf "OK" - jetzt sollte das Icon auf dem Desktop erscheinen.        
                                        
Klickt doppelt auf das "Netzwerk"-Icon auf dem Desktop und gebt Windows kurz Zeit, nach Netzwerken zu suchen. RetroPie wird sich nicht in eurem evtl. schon bestehenden Heimnetzwerk hinzufügen, sondern eine eigene Netzwerkgruppe mit dem Namen "RetroPie" anlegen. Diese klickt ihr doppelt an, sobald sie erkannt und erschienen ist. Darin befinden sich mehrere Ordner:     

* bios - hierhin gehören (je nach Vorgabe eines Emulators) die jeweiligen BIOS-Files 

* configs - Einstellungsdateien für Emus aber auch Emulationstation - hier liegen die Cover und Infotexte des Frontends

* roms - hierhin gehören die ROM-Daten 
                                        
* splashscreens - falls ihr mal ein Hintergrundsbild von Emulationstation oder RetroPie ändern wollt (Bootprozess)         
                                        
Gehen wir die Ordner, ihre Struktur und ihre Verwendung kurz durch.             
                                        
BIOS - manche Emulatoren benötigen (auch für manche zusätzlichen Funktionen) ein Bios-File - nicht alle, aber manche. Um zu erfahren, welche Emus dies sind, empfehle ich folgende Vorgehensweise:

Startet einen Internetbrowser mit einer Suchmaschine und gebt folgendes ein:    
"Retropie" und dann den Namen eines Systems - etwa im Fall eines Super NES - "Retropie SNES". Ihr gelangt so in die Wiki von Retropie, welche ihr auch über die reguläre Internetseite              
                                       
https://github.com/retropie/retropie-setup/wiki
                                        
aufrufen könnt - dann orientiert euch an der rechten Seite bei "Emulators" und sucht euch euer System manuell heraus - meine Methode bringt euch direkt zur Unterseite. Dort erfahrt ihr einige nützliche Informationen zum emulierten System - etwa welche Emulatoren es gibt, die ihr unter RetroPie nutzen könnt, in welchem Format die ROMs vorliegen müssen und ob sie auch gepackt (und wenn mit was) vorliegen dürfen und eben auch, ob ein BIOS-File benötigt wird. Im Fall vom Super Nintendo ist das allerdings nicht nötig, da der Emulator keines braucht, würde er das, würde auf der Wikiseite ein Eintrag "BIOS" vorhanden sein. Dieser gibt nicht nur an, welches BIOS genau gebraucht wird, sondern auch, in welchem Ordner es vorliegen muss und wie es heißt - nicht alle BIOSse werden nur in diesen Ordner kopiert und gut ist - manche wollen eigene Unterordner. Undv ergesst auch nicht, die Datei in den benötigten Namen umzubenennen! Die BIOS-Daten werden von RetroPie nicht mitgeliefert, wenn diese nicht "frei" sind - dh. ihr müßt euch um deren Beschaffung selber kümmern (Suchmaschinen sind euer Freund) - in sehr vielen Fällen heißen die Daten anders, auch wenn es die benötigten und korrekten Daten sind. Daher immer kontrollieren und umbenennen, wenn nötig.                                  
                                       
Configs - in diesem Ordner befinden sich die Einstellungen der einzelnen Emulatoren, aber auch zu EmulationStation. Später enthält er auch heruntergeladene Coverbilder und Infotexte des Scrappers, einer Internetfunktion, die eure Sammlung  scannt und automatisch Cover und Infos aus dem Netz holt um diese im Frontend anzuzeigen. Ist zwar nicht nötig, aber ganz witzig - und eingeschränkt, da derzeit nur ein US-Anbieter verwendet wird, der bei deutschen Spieletiteln meist versagt und daher für diese Spiele kein Cover findet - hier könnte man jetzt selber beigehen und diese nachträglich manuell einbasteln. Betonung liegt auf Basteln, denn die schnell auf die SD-Karte (in den entsprechenden Ordnern unter:       
                                       
configs/all/emulationstation            
                                        
kopierten Inhalte, müssen manuell ins Frontend eingetippt werden - eine Arbeit die für jedes Cover erneut gemacht werden müßte und die ich mir nicht wirklich antun würde - aber das ist natürlich jedem selber überlassen - ich führe diese Möglichkeit der Vollständigkeit halber auf...           
                                       
Roms - ganz  klar, hier hinein gehören die Roms eines Systems. Ihr findet alle Ordner schon entsprechend bezeichnet vor sodaß ihr euch eigentlich nur mit deren Softwareinhalten beschäftigen müßt. Hierbei gilt - befinden sich Inhalte in diesen Ordnern, erscheint unter RetroPie auch das entsprechende System im Frontend. Entfernt ihr Inhalte, verschwindet es. Wenn ihr also einen Systeminhalt aus dem Frontend entfernen wollt, löscht die Inhalte aus dem entsprechenden Ordner - aber NICHT den Ordner selbst. Die Ordner sind fest im Frontend eingebaut und würden ansonsten bei einer Löschung Fehler verursachen oder einfach wieder neu angelegt werden.                          
                                        
Splashscreens - dient zur schnellen Hinzufügung von eigenen Bootscreens. Der ursprüngliche Ordner liegt unter der unter Windows nicht sichtbaren Linux-Partition und wäre ansonsten nicht für Windowsuser erreichbar. Ihr findet hier keine Inhalte, aber der  Ordner ist - solltet ihr diese Funktion nutzen wollen - unter der Auswahl im Frontend fest eingebunden, dh. leicht erreichbar. Ansonsten hat der Ordner keine weitere Funktion.                               
                                        
Füllt eure ROMs in die entsprechenden Ordner - fügt, falls nötig - ein BIOS hinzu und startet Emulationstation neu um diese Änderungen ohne Neustart des gesamten Systems unter RetroPie sichtbar zu machen - fertig. Jetzt könnt ihr euer gewünschtes System zum ersten Mal testen. Sollte es noch nicht perfekt laufen, steckt nicht den Kopf in den Sand und gebt auf - im weiteren Verlauf der Tutorials gehe ich noch auf die Einstellungen und Wechsel der Emulatoren ein. Dh. ein Spiel was jetzt out of the box nicht gut läuft, kann es später durch Verwendung eines anderen Emulators tun.                  
                                        
Für den Moment wäre es aber wichtig zu wissen, wie ihr denn aus einem laufenden Spiel wieder zurück in RetroPie kommt. Habt ihr alles beim Einrichten des Joypads richtig gemacht, wäre die Tastenkombination - Start und Select  - gleichzeitig zu drücken.                
                                        
Es kann auch vorkommen, daß das Pad noch anders belegt ist (ich habe nicht alle möglichen Pads bei mir und konnte alle testen) - es kann also durchaus auch so sein, daß man die "Sondertaste" die man als letzte belegt hat gemeinsam mit der "Start" oder der "Select" -  Taste drücken muß - einfach mal selber austesten.                                 
                                        
Notfallabschaltung                      
                                        
Bei den N64-Emulatoren ist mir (als einziger Fall) aufgefallen, daß dieser gerne mal abschmiert und das System einfriert. Es reagiert dann auf gar nichts mehr - hätte man sowas wie unter Windows seinen Taskmanager, mit dem man Prozesse stoppen könnte, könnte man den Emu einfach killen und gut ist. Leider geht das auf einem festhängenden System nicht, obwohl es tatsächlich sowas wie einen Taskmanager unter Linux gibt - nur was nützt der, wenn er ebenfalls festhängt?
                                        
Da  wir das System erstmal auch nicht in der Art und Weise des Stromsteckerziehens ausschalten und einen Defekt der SD-Karte riskieren wollen, sollten wir erstmal zu einer anderen Methode greifen und zwar über Windows mittels Terminal ferngesteuert.                          
                                        
Das Tool welches wir benötigen heißt Putty und ist von dieser Webseite zu laden:
                                        
https://www.putty.org/                  
                                        
Installiert das Tool und startet es. Im rechten Bereich unter "Host Name (or IP adress)" gebt ihr die IP-Adresse des Pi's ein. Diese könnt ihr ermitteln, wenn ihr unter RetroPie im RetroPie-Menœü auf den allerletzten Eintrag "Show IP Adress" klickt und den Wert notiert. Der Port bleibt auf "22" stehen, der Connection type auf "SSH". Gebt bei "Saved  Sessions" einen Namen ein und speichert ihn ab - somit braucht ihr bei der nächsten Verwendung des Tools nicht alles neu eintragen. Klickt auf "Open" oder macht einen Doppelklick auf den gespeicherten Eintrag. Beim ersten Mal wird das Tool aufgrund eines "unsicheren Zertifikates" meckern, klickt auf "Ja" oder "Yes" und stimmt dem zu - dieser Screen kommt nur einmal und danach nie wieder - ist bei jedem neuen Server so. Danach gebt ihr diesen Login-Namen und Paßwort ein (Paßwort wird NICHT dargestellt beim Eintippen!):
                                       
pi                                      
                                        
raspberry                               
                                        
Hat es geklappt, erscheint eine Kurzübersicht mit einigen Daten, etwa zur aktuellen Temperatur und wie viel Platz noch auf der SD-Karte ist, ect. Darunter eine Bash, die nichts anderes ist, als die Bash vom Pi selbst. Ihr könnt den Pi also fernsteuern - der einzige Unterschied zur echten Bash ist, daß diese nicht "grafikfähig" ist, dh. Oberflächen oder Spiele werden nicht wie etwa bei "Remoteservern" die gerade laufenden Ausgaben vom Bildschirm übermittelt bekommen, wie es noch bei meinem Amiga-CD32 RCNE-Projekt möglich war. Aber zum Interagieren reicht es.

Zum Neustarten gibt man einfach ein:    
                                       
sudo reboot                             
                                        
Zum Herunterfahren gibt man ein:        
                                        
sudo halt                               
                                        
"sudo" ist der Befehl, daß alles nachfolgende mit Admin-Rechten ausgeführt wird. Hat es geklappt, sollte der Pi wieder neue Lebenszeichen von sich geben und die Gefahr ist abgewendet. Hängt er weiterhin, bleibt euch nur noch das Steckerziehen übrig. Macht dies aber erst, nachdem die grüne LED vom Pi erloschen ist!                                    
                                        
Soviel für diesen Teil, im nächsten geht es wieder direkt am Pi weiter. Feintuning sozusagen - also bis gleich.

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Schlagworte : RaspberryPi, Tutorial, C-64, Emulation, Digital Talk

Trixter
Administration Nemesiz v4 Projekt
Aufgaben im Nemesiz: Administrator, Autor & Moderator, Übersetzung & Bugfixing
Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

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    Was ist der zweite Buchstabe des Wortes ramab ?
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