Retropie - Tutorial - Teil 2 - Installation



Sonntag 24 Dezember 2017 von Trixter C64, Emulation, Tutorial RaspberryPi keine Kommentare

Aufbau und Verwendung der Tutorials:

Neue Abschnitte werden immer durch Fettschrift dargestellt. Wird ein bestimmtes System oder Voraussetzung benötigt, wird dies ebenfalls gekennzeichnet. ZB.:     
                                        
(HDMI) - betrifft nur HDMI-Fernseher    
(Röhre) - betrifft nur Röhrenfernseher  
(HDMI/Röhre) - gilt für alle Fernseher  
                                        
(PI + Nummer) - betrifft nur das gekennzeichnete Modell

Auf PC-Seite kam Windows 7 (32Bit) mit einem SDHC-Kartenleser zum Einsatz.

Vorbereitung der (Micro)SD-Karte        
                                        
Habt ihr eine nagelneue, bzw. frisch formatierte SD-Karte, könnt ihr diesen Abschnitt überspringen.
                                       
Karten wo sich noch alte Inhalte oder gar Linux-Systeme befinden, diese unter Windows unsichtbar, nicht die volle Größe aufweisen, partitioniert sind, ect. müssen erst vorbereitet, sprich formatiert werden. Ein gutes Tool, welches sehr gut und zuverlässig arbeitet ist der SD Card Formatter von SD Association. Ihr findet es unter diesem Link im Netz: 

https://www.sdcard.org/downloads/

Die Karte in euren Kartenleser einlegen, das Tool starten - richtige Karte (Laufwerksbuchstaben) auswählen, Quickformat anwählen und auf den Format-Button klicken. Nach kurzer Bearbeitungszeit, erhält man eine einzelne, lesbare und mit voller Speicherkapazität ausgestattete leere SD-Karte zurück. Diese ist jetzt fertig vorbereitet für den nächsten Schritt...                 
                                       
Bootloader Berryboot                    
                                        
Anstelle daß wir die Emulationsumgebung Retropie direkt auf die Karte aufsetzen - etwa mit einem Image-Tool, gehen wir einen anderen Weg, da ich es möglichst einfach halten und euch alle Möglichkeiten offen halten möchte. Für die direkte Variante benötigt ihr - wenn ihr das Ganze an einem Röhrenfernseher betreiben möchtet, einen Rechner worauf ein Linux-System läuft, um an bestimmte Dateien zu gelangen um diese abändern zu können.   
                                       
Berryboot bietet hingegen zahlreiche Möglichkeiten diese Dinge direkt am TV ändern zu können. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Features - hier ein kleiner Überblick:                      
                                        
* mehrere Systeme auf einer SD-Karte - wählbar beim Start - nur limitiert auf den vorhandenen SD-Speicherplatz      
                                       
* Zugriff (und Änderung) aller wichtigen Steuerungsdateien des PI's (vergleichbar wie ein BIOS beim PC)             
                                       
* Sicherung/Wiederherstellung eines Systems auf ein USB-Medium               
                                       
* Reparaturfunktion ähnlich Checkdisk   

* große Auswahl an zu installierenden Systemen                              
                                        
* Einstellungen gelten für alle auf der Karte vorhandenen Systeme und müssen nur einmal eingestellt werden         
                                       
* updatebar und vieles mehr             
                                        
Seit einiger Zeit wird auch RetroPie als Distribution angeboten, also warum sollten wir das Rad neu erfinden? Ihr findet Berryboot unter diesem Link:

https://www.berryterminal.com/doku.php/berryboot

Achtet beim Download darauf, die richtige Version herunterzuladen! Berryboot unterstützt, bzw. läuft von allen Pi's - PI 2 und 3 User greifen aber bitte direkt zur eigenen Quad-Core Version. Nach dem Download wird das Zip-Archiv entpackt (zB. mit dem kostenlosen 7Zip) und der komplette Inhalt des Ordners in das Hauptverzeichnis der SD-Karte kopiert.                                     
                                        
https://www.7-zip.de/                   
                                        
Besorgt euch den Editor Notepad++ unter:
                                        
https://notepad-plus-plus.org/          
                                        
Verwendet keinesfalls den Windowseigenen Editor Notepad, Writer oder MS-Office, da diese Steuercodes zerstören und die Datei hinterher nicht mehr von Linux verwendet werden kann.                  
                                       
Öffnet die Datei "config.txt" von der SD-Karte. Sucht darin nach Einträgen, die in Klammer stehen und ein "pi" beinhalten. Die Zahl dahinter gibt das Modell an, auf das sich der Eintrag bezieht. Da Berryboot auf allen Pi's läuft, geben diese Zeilen den Kernel an, der auf den entsprechenden Modellen gestartet werden soll. Diese müssen wir anpassen, da der Pi mit Mehrfacheinträgen nicht klar kommt und Fehlverhalten produziert - etwa reagiert er dann nicht mehr auf andere Befehle die in der Datei stehen und zB. die Bildschirmauflösung, Darstellung, usw. steuern. Entfernt diese Sachen komplett und kommentiert diese nicht einfach nur aus.                          
                                       
Es folgt ein Praxisbeispiel...

[pi0]
kernel=kernel_rpi_aufs.img              
                                        
[pi1]                                
kernel=kernel_rpi_aufs.img              
                                        
Diese Zeilen würden bei den Pi 2 und 3 komplett entfernt werden. Übrig darf also nur folgendes bleiben...           
                                        
kernel=kernel_rpi2_aufs.img             
                                        
[pi3]                                 
                                        
Warum hier zuerst der Kernelaufruf erfolgt und erst danach der Name des Pi's erscheint, könnte ein Fehler des Autors sein. Wer mag, kann die Zeilen entsprechend tauschen, wirklich nötig ist dies
aber nicht.                             
                                        
(HDMI) - ihr seid mit der Vorbereitung der Config.txt fertig und könnt direkt zum nächsten Abschnitt springen - Speichern der Datei nicht vergessen!  

Folgende Zeilen müssen RöhrenTV-Nutzer noch in die Datei (zB. am Ende) hinzufügen: (ohne den Text in Klammern!)     
                                       
sdtv-mode=2 (Compositeausgang Modus)  
                 0 (= NTSC)                
                 1 (= Japan)               
                 2 (= PAL)                 
                 3 (= Brasilien)          
                                       
sdtv-aspect=1 (Composite Darstellung)   
                   1 (= 4:3)                 
                   2 (= 14:9)                
                   3 (= 16:9)                

Das wären jetzt erstmal die grundlegend wichtigen Einstellungen, das Feintuning behandeln wir gleich im weiteren Verlauf des Tutorials. Speichert ab und steckt die Karte in den Pi - schließt schon mal alle benötigten Gerätschaften an - Maus, Tastatur, Joystick (oder Pad) und sorgt für eine Internetverbindung. Überlegt euch bitte vorher, wie ihr den Pi ins Netz bekommt - denn anders als bei den aufzusetzenden Systemen, wo man wahlweise zwischen Ethernet und WLAN switchen kann, muss man sich bei Berryboot für eine Methode entscheiden - nur darüber lassen sich später dann neue Systeme installieren oder updaten. Würde man also Ethernet einrichten, kann man später (nur bei Berryboot) nicht auf WLAN wechseln und braucht bei bestimmten Prozessen das Kabel. Andersrum - würde man WLAN einrichten und dieses ist nicht vorhanden, würde die Suche nach dem Netz den Bootvorgang unnötig verlängern.     
                                       
Wer einen Pi 3 hat, nutzt natürlich das verbaute WLAN, alle anderen müssen das per USB-Dongle nachrüsten oder nutzen Ethernetkabel - kommt halt auch darauf an, wo der Pi steht. Bei mir im Wohnzimmer gibt es kein Ethernetkabel, daher bietet sich hier eben WLAN an.          
                                       
Hat man sich entschieden und alles verkabelt, schaltet man den Pi ein, indem man das Netzteil in die Steckdose steckt - gewöhnt euch bitte bei einem aktiven USB-Hub an, zuerst diesen mit Strom zu versorgen und erst danach den Pi selbst einzustecken! Wer eine schaltbare Steckdose nutzt, hat damit keine Probleme, da beides gleichzeitig aktiviert wird. Der Pi wird zum Leben erweckt und zeigt zunächst einen Einstellungsscreen. Dieser ist zwar komplett in Englisch, aber durchaus verständlich. Zunächst wird abgefragt, ob grüne Balken oben und unten zu sehen sind. Sind sie es, beantworten wir die Frage mit einem Klick auf "Yes", ansonsten auf "No". Darunter legen wir unsere Internetverbindung fest. "Wired" für ein festes Ethernetkabel, "WiFi" für WLAN. Im rechten Bereich können wir unseren Audioausgang festlegen. HDMI, Kopfhörer (gilt für Röhre) oder Auto für automatische Auswahl, welche ich empfehle. Ganz unten legt man die Lokalisationsoptionen fest. Unter Timezone setzt man seine Zeitzone - etwa Europe/Berlin. Beim Keyboardlayout stellt man das Tastaturlayout ein - also etwa "de" für ein Deutsches. Im letzten Feld kann man dann dieses auch direkt auf Sonderzeichen, Umlaute oder vertauschter Tasten testen.                                
                                        
Ein Klick auf OK startet (je nach Auswahl) die WLAN Einrichtung (meldet euch in eurem Netz mit eurem Paßwort an) oder die Formatierung der SD-Karte. Wählt euer Kartenmedium (lautet immer "mmcblk0: SD (eure GB Größe)") aus, laßt die anderen Voreinstellung wie sie sind - ändert bitte nichts am Filesystem und setzt auch keine Verschlüsselung rein. Ein Klick auf "Format" beginnt den Einrichtungsprozess. Nach einer kurzen Zeit erscheint die Oberfläche von Berryboot mit der Systemauswahl. Ihr könnt ja mal durch die einzelnen Registerkarten scrollen um zu erfahren, welche Systeme noch so angeboten werden, was für euch evtl. auch von Interesse sein könnte - diese Systeme könnt ihr später frei selber installieren und auch wieder entfernen. Uns interessiert aber erstmal nur RetroPie, ihr findet es unter der Registerkarte "Others" an oberster Stelle.        
                                       
Wählt es aus und klickt auf "OK" - das System wird jetzt aus dem Netz gezogen und direkt installiert. Anschließend erfolgt ein Neustart und danach erscheint Berryboot mit RetroPie als einzige Auswahlmöglichkeit. Ihr könnt den Eintrag mit der Maus direkt starten oder 10 Sekunden warten, bis der Autostart anfliegt.                       

Wer RetroPie als alleiniges System nutzt kann zum nächsten Tutorialteil springen, wer noch weitere Systeme installieren will, liest einfach weiter.             
                                       
Klicke auf "Edit  Menu" an der rechten unteren Ecke - daraufhin erreicht man eine weitere Oberfläche, von der man allle weiteren Optionen und Aktionen starten kann:                               
                                       
* Add OS - weitere Systeme installieren

* Rename - Eintrag in Liste umbenennen  

* Backup - System sichern/einspielen    

* Delete - System entfernen   

* Set Default - Standardsystem wählen - dieses bootet nach Ablauf der 10 Sek.

* Edit Config - Einstellungsdaten ändern, etwa die config.txt     
                                        
* Exit - Neustart  

* More Options (weitere Funktionen)     
  - Reset OS - System neu installieren
  - Clone - System duplizieren      
  - Console - Bash aufrufen           
  - Set Passw.- Paßwort für Oberflächen setzen                  
  - Repair File System - Filesystem auf Fehler überprüfen und reparieren    
                                        
Um etwa Kodi (Mediacenter) zu installieren, klickt man auf  "Add  OS" und wählt sein gewünschtes OS aus - in diesem Fall muss man allerdings nach OpenElec Ausschau halten, da sich Kodi auf dem Pi so nennt. Ansonsten könnte man noch Raspbian (das Betriebssystem Debian) installieren oder ihr wählt irgendwas anderes aus, was euch interessieren könnte.              
                                        
Beachtet: Auch wenn alle Systeme ihre eigenen Einstelloptionen, bzw. Config.txt Dateien mitbringen, ihr müßt nur die von Berryboot einrichten, da deren Einstellungen Kartenübergreifend für alle Systeme gelten! 

Solltet ihr mal was verhunzen und kein Berryboot mehr auf den Screen bekommen - steckt die Karte in euren PC und schaut in die Config.txt Datei um Änderungen zu finden und wieder passend abzuändern. Mit der Berryboot-Methode kommt ihr jederzeit auch unter Windows an die wichtigsten Daten. Vergesst auch nicht, euer Standardsystem mittels "Set Default" passend einzustellen.   

Bemerkt ihr (Röhre) ein verschobenes Bild oder eine falsche Bildschirmauflösung, geht nach dieser Methode vor: Öffnet wieder eure Config.txt Datei (PC/Berryboot) und fügt folgende Zeilen ein:

overscan-left=48                        
overscan-right=30                       
overscan-top=15                         
overscan-bottom=25                      
                                        
Mittels den Overscanwerten läßt sich das Bild ganz genau an euren TV anpassen. Links, rechts, oben und unten - bemerkt ihr also, daß zB. das Bild links nicht bis ganz an den Rand geht, tragt ihr einen höheren Wert ein - ist es zu groß, einen niedrigeren. Danach Neustarten und testen bis das Bild perfekt ausgerichtet ist - dies wiederholt ihr für alle Seiten.                                    
                                        
Beachtet: Die hier verwendeten Werte stammen von meinem TV und müssen für jedes Röhrengerät individuell eingestellt werden
                                        
Damit die einmal festgelegten Werte für alle Systeme gültig sind und verwendet werden, muss dieser Befehl gesetzt sein:
                                       
overscan-scale=1                        
                                        
Wer die Bildschirmauflösung ändern will, muss mit Framebuffer arbeiten:

framebuffer-width=720                   
framebuffer-height=600                  
framebuffer-depth=32                    
framebuffer-ignore-alpha=1              
                                        
Dies würde eine Bildschirmauflösung von 720x600 bei einer 32Bit Farbtiefe ohne Alphakanal einstellen. Setzt die Auflösung nicht zu hoch, sonst erkennt ihr später nicht mehr viel. Mein Wert reicht für alle Anwendungen völlig aus.        
                                        
Das war es für diesen Teil, im nächsten starten wir zum ersten Mal RetroPie und stellen ein Joypad ein.

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Dieser Artikel wurde vor 2 Jahr(en) , 10 Monat(en) und 6 Tag(en) veröffentlicht, es ist also möglich, dass der Inhalt inzwischen nicht mehr aktuell ist.

Schlagworte : RaspberryPi, Tutorial, C-64, Emulation, Digital Talk

Trixter
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Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

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