C64 Test: "The Age of Heroes"



Montag 26 August 2019 von Trixter C64, C64 Test keine Kommentare

(Psytronik/2019)

Test der Downloadversion

Hinter den Bergen im Osten, haben sich Gerüchte über die gefrorenen Ödlanden über die alten Tempeln verbreitet. Ein Geist aus längst vergangenen Zeiten hat einen Weg zurück in unsere Welt gefunden und sendet seine Legionen der Verdammten aus in alle Ecken unserer Welt, um alles Leben zu zerstören. Als Nachkomme der Krieger des Lichts muss der Spieler diese uralte Bedrohung finden und besiegen um sie wieder zurück zur Hölle zu schicken.

Soviel zur Geschichte um dieses Spiel, welches als neuester Vertreter des Hack´n´ Slay-Genres an den Start geht. Auf der Disk befinden sich 2 Dateien, die erste ist natürlich das Spiel selbst - die andere "AOH OST" beinhaltet den Soundtrack des Spieles, dessen Songs man sich separat per Joystick zu Gemüte führen kann.

Startet man den Onefiler des Spieles, erscheint ein Introbild samt netter Musik, welches per Feuerknopf übersprungen werden kann. Daraufhin befindet man sich direkt im Titelscreen. Optionen oder Highscore gibt es keine, sodaß ein weiterer Feuerknopfdruck direkt in die Spielerauswahl führt. Es stehen zwei Charakter zur Auswahl:

* DHOKR (männlich) - der großartige Enkel von Vaolbrid dem Großen. Held der Blutfelder und Retter der 7 Königreiche. Wird das Königreich bis zum letzten Atemzuge verteidigen. Meisterschwerkämpfer und Studierter der Geheimnisse des Lichts...

* ANNEIKA (weiblich) - Tochter von Meister Vas, einem der Mönche des Lichts. Wächter des goldenen Talismans. Beschützer der Schwachen und Held der Armen. Eine gefürchtete Kämpferin und Studierte der Geheimnisse des Lichts.

Wen man hier auswählt ist im Grunde egal, da sich beide Charaktere nicht wirklich großartig unterscheiden. (bis halt vom Aussehen) Beide haben die selben Aufgaben, die selben Level, Gegner, Sammelgut und so weiter.

Das Spielgeschehen wird von rechts nach Links scrollend mit seitlicher Sicht dargestellt. Unser(e) Protogonis(in) startet ganz an linker Position, sollte aber nirgendwo lange verweilen, da die Gegner sporadisch und auch zufällig erzeugt von beiden Seiten auf den Spieler zugestürmt kommen können. Sehen wir uns aber erst noch die Infos am unteren Spielfeldrand näher an. Die Schlangenlinie direkt unterhalb des Spielgeschehens ist die der Energie. Hier sieht man auf einen Blick, wie viel Energie wir derzeit noch über haben und was die maximale Ausbaustufe ist. Diese kann man nämlich durch Levelups verlängern. Ist der Balken aufgebraucht, verliert man sein Leben und das Spiel ist vorbei. Darunter links ist der aktuelle Level auch mit einer Zahl angegeben und darunter die aktuelle Punktzahl. Das Aufleveln ist abhängig von diesem Wert - zerstört man also genügend Gegner, wird man irgendwann eine Stufe höher steigen. Im rechten Bereich des Screens befinden sich einige Kästchen - diese zeigen an, welchen Diamanten man schon eingesammelt hat  - Diamanten sind wichtig um im Verlauf des Spieles Portale, bzw. Türen öffnen zu können, um in bislang unzugängliche Bereiche vorstoßen zu können. In der Bildmitte sieht man derzeit noch nicht sehr viel - das ändert sich aber, sobald man 5 Lichtorbs eingesammelt hat. Diese liegen manchmal in den Leveln herum, meistens bekommt man sie aber, wenn man Grabsteine zerstört. Ist die Lichtmagie voll aufgeladen, kann man diese als "Puste alle Gegner vom Screen"-Angriff auslösen, indem man längere Zeit auf dem Feuerknopf bleibt!

Okay, los gehts. Wir bewegen unseren Kämpfer (ich lasse die Genderkonforme Bezeichnung  von nun an weg - es gilt ab jetzt auch für die weibliche Form) nach rechts durch den Level. Zurückscrollen geht übrigens nicht, sodaß die Richtung stets nach rechts vorgegeben ist - dennoch  muss man sich hier und da wieder umdrehen, da man ja - wie wir wissen - von beiden Seiten aus angegriffen werden kann. Und das von Viechern am Boden oder in der Luft. Manche der Bodennahen Gegner bleiben auf ihren vorgegebenen Bahnen (etwa die Schlange), die Meisten aber, werden sich um die Begebenheiten des Levelaufbaus wenig stören und alle Hindernisse überwinden um uns zu schaden. Gezielte Schläge mit der Waffe und man hält sie sich vom Hals - naja, man versucht es zumindest, da einige der Viecher mehrere Treffer mit der aktuellen Waffe benötigen. Später findet man weitere Waffen, welche stärker sind - da reicht dann ein Schlag und sie sind dahin. Man kann im Sprung nicht nur lenken, sondern sich auch wehren, gleiches gilt auch beim Bücken oder Klettern. Springen kann man indem man den Joystick nach oben drückt - gut, daß sich der Protagonist automatisch an Lianen hängt. Man kämpft sich also so durch das Leveldurch, versucht den Gegnern entweder auszuweichen oder sie zu killen. Killen bringt Punkte und Punkte bringen eine höhere Levelausbaustufe, also mehr Lebensenergie. Auch hinterlassen manche der gekillten Gegner Herzen um evtl. erlittenen Energieverlust ein kleines Stück weit wieder aufzufüllen.

Und - hat man ein LevelUp erreicht, wird als Bonus gleich die komplette Energieleiste wieder aufgefüllt. Kurz vor dem Ende eines Levels (die allesamt recht kurz sind), zerplatzen plötzlich alle Gegner und es gibt nun verschiedene Dinge die eintreffen können:

* der Level ist zu Ende (erster Level)

* man findet eine Kiste - darüber sollte man sich bücken um sie zu öffnen. Es befindet sich ein Diamant darin, der gebraucht wird um später verschlossene Wege zu öffnen

* man findet ein Portal wo der Diamant eingesetzt werden muss, damit sich ein Tor öffnet

* man begegnet einem Zwischenboss, der bekämpft werden muss - dieser hinterläßt meist eine neue Waffe

Nachdem ein Level beendet wurde, erscheint eine Übersichtskarte. Hier kann man frei einen bestimmten neuen Level (weiße Punkte) wählen. Auch schon einmal gespielte Level sind erneut spielbar - etwa um in einem der leichteren neue Herzen einzusammeln oder einen LevelUp zu provozieren. Alle schwarzen Punkte auf der Karte sind noch versperrt - diese lassen sich über die Diamanten (eingesetzt an passender Stelle in einem Level) öffnen. Noch eines zu den Levelzwischenbossen die eine Waffe hinterlassen. Man hat immer nur eine Waffe und kein auswählbares Arsenal, dh. wenn ihr eine starke Waffe habt und diese durch eine schwächere ersetzt, ist die starke futsch, bis ihr sie wieder dem Zwischenboss durch einen neuen Kampf erneut abnehmt. Das gilt es zu bedenken, wenn ihr mal flott vorhattet, in einem früheren Level irgendwas aufzupowern. Man muss den Level bis zum Ende spielen und wenn dann ein Bosskampf ansteht, sammelt ihr die Waffe in jedem Fall ein und müßt das Spiel mit dieser fortführen. Zum Kampf mit den Bossen sei gesagt, daß es sich dabei um riesige Köpfe handelt. Diese verhalten sich meist nach dem selben Grundschema, aber spätere Bosse fügen immer noch ein wenig oben drauf. Sie schießen und wir müssen ihre Schüsse mit dem Schwert wieder zurückschlagen. Später werden sie auf den Boden fallen und eine Bodeattacke auslösen, welche wir überspringen müssen, da sie viel Schaden anrichtet. Und im Endkampf kommt noch das Element hinzu - 3x treffen, dann fällt der Kopf zu Boden - wir hechten schnell dort hin und versetzen ihm mit unserer Waffe Schläge, bis der Kopf anfängt zu maulen, dann schnell wieder zurück an die linke Position, da nun ein zufälliger Angriff folgt und wir darauf vorbereitet sein wollen - das Ganze macht man dann, bis der Kopf zerplatzt. Im Grunde immer der selbe Kampf mit ein paar neuen Elementen. Ja, das war es auch schon vom Prinzip - man kämpft sich so durch und vernichtet irgendwann den Obermotz. Daraufhin erscheint ein kleines abschließendes Bild samt Text und das Spiel geht von vorne los - allerdings dann im "Challenge Hero Modus". Dh. es gibt keine Karte mehr und das Spiel läuft automatisch alle Level durch - was natürlich ein wenig schwieriger ist, da man nun keine Möglichkeit mehr hat, in früheren Leveln seine Herzen aufzustocken oder seinen Level zu Uppen. Schafft man auch das, erscheint ein neues Endbild samt Text.

Kommen wir zur technischen Seite...

Die Grafik geht voll in Ordnung, jeder Level hat seine eigene grafische Thematik, welche sich auch in den Hintergründen wiederspiegelt. Diese bieten hin und wieder auch kleinere Animationen wie zB. Fackeln und es mangelt auch nicht an Details - dennoch hat man den Eindruck, daß die Grafik mit irgendeinem Baukasten zusammengestellt wurde. Die Sprites sind nett animiert und bieten eine Vielzahl von unterschiedlichen Gegnertypen zu Land und in der Luft, die teilweise auch ihr eigenes Verhalten haben.

Die Musik - oder sagen wir besser, der Soundtrack, ist ebenfalls zahlreich in abwechlsungsreichen und sehr gut passenden Stücken vorhanden. Die Musiken werden teilweise auch zufällig in den Leveln gespielt - nur der Bosskampf (bzw. bestimmte Situationen) haben ihren festen Titel. Die SoundFX sind ebenfalls sehr passend.

Was den Aufbau der Level angeht, so wechseln sich die Begebenheiten durchaus ab - mal spielt man auf Bodenhöhe, dann muss man auf höhere Ebenen springen oder klettern und mal auch ganze Passagen über Lianen absolvieren. Zu den Gegnern hinzu tummeln sich Fallen, denen es auszuweichen gilt. Bis auf einen Gegner (der große Geist), sind alle irgendwann killbar - bei einigen lohnt sich aber der Kampf nicht wirklich, da man mit bestimmten Waffen mehr  Treffer einsteckt, als man austeilen würde - hier sollte man stets ausweichen oder sich wegducken. Dafür bekommt man aber recht schnell ein Gefühl. Die Steuerung ist recht simpel und muss nicht wirklich erlernt werden. Allerdings gehorcht sie nicht immer exakt - vor allen Dingen bei der Lianenkletterei - es scheint also von der Situation abhängig zu sein - ebenso verhält es sich hier und da bei Gegnern. Obwohl man sie sichtbar trifft, nehmen sie keinen Schaden - und damit meine ich nicht den Umstand, daß dies in erster Linie zutrifft, wenn sie sich noch auf einer anderen Ebene befinden - manche zerplatzen auch mitten im Level, obwohl man nicht in der Nähe des Endes ist. (was ich ohnehin irgendwie Quatsch finde, warum sie dies überhaupt tun müssen) Daher ist es  wohl eher so, daß es bestimmte "feste" Gegner gibt die immer an den selben Stellen im Level auftauchen und alle anderen, die von links und rechts zufällig generiert auf den Screen erscheinen, nur Mittel zum Zweck sind - nämlich den Spieler zu stören und das Spiel etwas schwerer zu machen. Wie auch immer - keiner dieser Fehler ist so gravierend oder störend, daß man sich beschweren müßte - es ist mir eben nur aufgefallen.

Fazit

The Age of Heroes ist ein eher kurzweiliges Spiel für Arcadegamer, die gerade mal ein Stündchen Zeit haben und sich abreagieren wollen. Da die Level recht kurz gehalten sind und man durch längeres Spielen immer stärker wird, sollte das Spiel ab einem bestimmten Punkt kein wirkliches Problem von der Schwierigkeit her darstellen und ein Durchlauf innerhalb einer halben Stunde möglich sein - wer dann immer noch nicht genug hat, kann gleich im Anschluss noch den anderen Modus weiterspielen und sollte das Spiel innerhalb einer Stunde durchhaben. Es ist nicht für längeres Gameplay konzipiert und deswegen gibt es auch keine Speicherstellen oder Levelcodes - warum es allerdings keine Highscoreliste gibt, ist mir noch ein Rätsel - gerade solche Spiele würden sich dafür anbieten. Dh. aber auch - nachdem der CEVI ausgeschaltet wurde, muss der Spieler das Spiel wiederum komplett neu spielen. Es ist mal nett zu spielen, verliert aber nach dem kompletten Durchspielen schnell an Reiz. Empfehlenswert ist es in jedem Fall den Arcadefreunden, die Spaß an einem doch eher sinnfreien Gemetzel haben. Durch den dynamischen Schwierigkeitsgrad kommen auch eher ungeübte Spieler in den Spielgenuß. Für alle anderen könnte das Spiel ein bißchen zu wenig Tiefgang, Schwere und Laufzeit haben.

The Age of Heroes bekommt daher auf unserer berüchtigten Skala von 1 bis 10 eine gute  7.

Es bietet grundsolide Actionkost, kränkelt ein wenig an den Features und der Herausforderung. Aber als Fun-Hack´n Slay wo man schnelle Erfolge sucht und sich mal gehen lassen kann, ist es ganz gut geeignet - bringt aber keinen neuen, frischen Wind in das Genre.

Das Spiel ist erhältlich als physisches Produkt (Disk/Tape) in diversen Formen zwischen 7 bis 40 britischen Pfund oder als digitaler Download für 4 US-Dollar.

http://www.psytronik.net/newsite/index.php/c64/108-heroes

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Schlagworte : C-64, Test, Digital Talk

Trixter
Administration Nemesiz v4 Projekt
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Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

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