C64 Test: "Exploding Fish"



Montag 24 Dezember 2018 von Trixter C64, C64 Test keine Kommentare

(Megastyle/2018)

Wie sich der explodierende Fisch, welcher über das RESET64-Magazin auf echter Diskette erschien, dessen Ausgabe 11 auch hierzulande über Protovision vertrieben wird, so schlägt, erfahrt ihr in unserem

Test der Downloadversion

Die Megastyle-Truppe war bislang meist für kleinere Partyspiele, etwa dem Holzfällerspiel "Lumberjack" bekannt - jetzt folgt ihr erstes "kommerzielles" längeres Spiel. Darin übernimmt der Spieler die Rolle eines Tauchers, der in Bildschirmgroßen Einzelleveln in Riffen eine Bombe entschärfen muss.

Nach dem Laden und Starten, erscheint eine integrierte Anleitung (in Englisch), die über die Geschichte, den Aufgaben, der Begebenheiten, der Gegner, des integrierten Trainermodus und der Macher aufklärt und informiert, ehe man zu einem nett gemachten Introbild mit interessanter, da aus einem Film bekannter Musik gelangt.

Danach befindet man sich im Titelscreen des Spieles wieder, wo man die Möglichkeit hat, ein Passwort einzugeben. Ansonsten kann man nur das Spiel starten und befindet sich ohne Umschweife direkt im Spiel wieder. Dieses beginnt mit der Darstellung des Riffes, welches seitlich zu sehen ist. Oben wird ein Schiff einfahren, welches unseres ist und wenn es in der Mitte stoppt, unseren Taucher absetzt. Jetzt kann man ins Geschehen eingreifen. Der Bildschirm ist unterteilt - im oberen, größeren Bereich wird das Spielgeschehen dargestellt, im unteren erhalten wir wichtige Anzeigen und Infos. Hier sehen wir also nicht nur unseren Luftvorrat und unsere Gesundheit dargestellt in Balken, sondern auch die Zeit und was wir gerade eingesammelt haben und halten. Das ist insofern wichtig, da wir immer nur einen Gegenstand gleichzeitig transportieren können, auch sitzt uns ein knappes Zeitlimit im Nacken, welches sozusagen die verbleibende Zeit bis die Bombe explodiert anzeigt. Bis zum Ablauf müssen also alle Aktionen durchgeführt und abgeschlossen sein - sprich, die Bombe bis zum eigenen Schiff transportiert werden. Und natürlich ist auch der Sauerstoffvorrat  und die Gesundheit wichtig - diese dürfen nie auf Null fallen, sonst ist das Spiel vorbei.

Es empfiehlt sich, bei Beginn eines neuen Levels, das Spiel erst einmal zu pausieren, um sich einen Überblick über das Level verschaffen zu können. Danach verschwendet man einmalig sein Leben an einer "sicheren" Position um die Bewegungsbahnen der Gegner zu studieren. Das ist wirklich wichtig, da diese zwar stets auf ihren angedachten Bahnen bleiben, diese aber teilweise nur an einer ganz bestimmten Stelle unbeschadet passierbar sind und das auch noch pixelgenau. Fühlt man sich bereit, kann es auch schon losgehen. Kontakt mit Gegnern hat im Grunde "nur" Energieverlust zur Folge - da man aber viele mehrmalig erneut passieren muss, sollte man schon schauen, diese möglichst ohne Kontakt zu passieren, da man meist zum Ende hin die verbliebene Energie für den schnellen Transport zum Schiff benötigt!

Gut, was müssen wir also  tun? Zunächst richten wir das Augenmerk zur Bombe. Diese wird sich stets in einem abgeschotteten Bereich befinden. Um diese "Schranke" passieren zu können, benötigen wir 5 Entschlüsselungskarten, die quer im Level verteilt sind. Wir klauben eine auf und schwimmen zur Schranke zurück, aktivieren diese dort (beide Aktionen geschehen mit Feuerknopf und Joystick nach unten) und wiederholen das Spiel bis wir alle Karten eingesetzt haben. Die Zahl auf der Schranke zeigt übrigens die noch fehlenden Karten an. Da wir meist nicht zum neuen Sauerstofftanken aus Zeitgründen an die frische Luft schwimmen können, müssen wir unter Wasser auftanken - hier und da gibt es frischen Sauerstoff in Dosen, der unseren Vorrat ein wenig neu auffüllt - gleiches gilt auch für die Medipacks und der Gesundheit, allerdings sind diese spärlicher gesät. Goldmünzen und Artefakte gibt es ebenso auf- zuklauben (einfach drüber schwimmen), diese bringen aber nur Punkte und haben ansonsten keinen tieferen Sinn. Im weiteren Verlauf des Spieles kommen neue Gegner und auch neue Features hinzu, etwa Strömungen, die uns mitschleifen und wahrscheinlich an Positionen transportieren, an die wir gar nicht kommen wollten und rauschen in einen Gegner - aber, alles hat auch seine 2 Seiten - und so können Strömungen uns auch viel schneller (geplant) zurückbefördern, was Zeit sparen hilft. Soviel zum Gameplay, kommen wir zum...

Fazit

Man sieht es dem Spiel nicht auf den ersten Blick an, aber es ist ein durchdachtes und exakt geplantes Spiel, dessen Qualitäten sich erst dann entfalten, wenn man sich darauf einläßt und tiefer eintaucht. Aufgrund des scheinbar sehr hohen Schwierigkeitsgrad, fühlen sich viele Spieler sicherlich schon beim ersten Level überfordert. Ja, es ist hart, aber hat man einmal die Spielmechanik durchschaut, wird es leicht berechenbar und der einzige Faktor ist dann halt das eigene Können und Geschick - man darf sich nicht zu lange aufhalten und muss wie ein Roboter funktionieren. Ihr wißt schon was ich meine - damals in meinem Metallverarbeitenden Beruf, hatte man nicht nur einen Auftrag erhalten, sondern auch einen strammen Zeitplan. Der und der Arbeitsschritt ist von irgendwelchen "Sesselpupsern" zeitnah geplant und festgelegt worden - und wehe man hielt sich nicht daran und eine Sache dauerte etwas länger, weil irgendwas unvorhersehbares eingetreten war!

So in etwa ist es auch hier - man knobelt erst einmal wie könnte man ein Level knacken und danach spult man es mit dem besagten Zeitdruck im Nacken ab und hofft, daß dabei nichts schief geht. Da man durch das Passwortsystem abgesichert ist, kann man sich zum Knacken des Levels praktisch unendlich viel Zeit lassen - das ist nicht nur fair, sondern auch anspornend - das gefällt mir.

Die Grafik wie auch die Animationen sind schlicht gehalten, aber durchaus ansehnlich und nett gestaltet. Das Leveldesign ist - wie schon gesagt - sehr durchdacht. Die Steuerung ist präzise, einzig warum man manche Dinge einfach überschwimmen und andere mittels Joystick nach unten und Feuerknopfdrücken einsammeln muss, ist noch ein kleines Rätsel, aber vermutlich ist das extra so gehalten, damit man - wenn 2 Gegenstände knapp nebeneinander liegen - nicht aus Versehen den Falschen einsammelt oder so. Daran muss man nur in der Hitze des Gefechtes denken, sonst verstreichen sinnlose Sekunden der kostbaren Zeit.

Die Musik ist eingängig und nett gemacht - könnte aber auf Dauer etwas nerven. SoundFX gibt es keine auf die Ohren, das fällt aber nicht weiter auf, bzw. ins Gewicht.

Insgesamt gesehen ein solides "Erstlingswerk" eines längeren Spieles der Megastyle-Truppe, welches durchaus zu begeistern weiß - wenn man sich darauf einläßt und wenn es einem nichts ausmacht viele Schritte mehrfach zu wiederholen. Wer gerne an Lösungen herumknobelt - wie könnte es gedacht sein, um gelöst zu werden - und es danach in einer Art Experiment mit ungewissen Ausgang testet - der wird voll auf seine Kosten kommen. Leicht reizbare und weniger leidenfähige Spieler, könnten von dem Spiel sehr schnell überfordert oder angefressen sein, weshalb diese hier lieber einen Bogen um das Spiel machen.

Von mir bekommt das Spiel auf der berüchtigten Skala von 1 bis 10 eine gute 6!

Exploding Fist ist als physisches Produkt auf Diskette im Bundle mit dem englischsprachigen RESET64 Magazin 11 erhältlich, welches bei Protovision für 13 Euronen zzgl. Portokosten hierzulande verkauft wird. Eine Datasettenversion auf Tape ist derzeit in der Mache (von Megastyle, nicht PTV), diese steckt aktuell beim Mastern fest...

Die Downloadversion ist, wie ich gerade sehe, zwischenzeitlich für lau bei itch.io herunterladbar, daher bezieht sich mein Testurteil natürlich nur auf die kostenpflichtige Variante. Und daher ändere ich auch mein Fazit für diejenigen, die einen Bogen um diesen Titel machen sollten, insofern ab, daß sie ja mal ins Spiel reinschauen können, wenn sie mögen...

Hier die Bezugsquellen...

Diskversion bei Protovision im Bundle mit dem RESET64-Mag:
https://www.protovision.games/shop/product_info.php?products_id=215

Gratis Downloadversion itch.io: https://megastyle.itch.io/exploding-fish

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Schlagworte : C-64, Test, Digital Talk

Trixter
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Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

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