C64 Test: "Grid Pix" von RGCD/Psytronik/Below The Tower



Donnerstag 24 Dezember 2020 von Trixter C64, C64 Test keine Kommentare

Bei Grid Pix von Carleton Handley handelt es sich um ein Puzzlespiel im Stil von Picross (Nintendo DS/Nintendo 2007), wo der Spieler anhand von Zahlen an den Rändern Bilder (sogenannte Nonogramme) durch Platzieren von Kästchen in einem Raster erstellen soll. Wie sich der inoffizielle Bruder für den Commodore 64 so schlägt, erfahrt ihr in diesem Test...


Zunächst ein Wort zu den verschiedenen Versionen die es von dem Spiel gibt und die auf unterschiedliche Weise angeboten werden. Die Diskversion (Psytronik) war beim Schreiben dieses Tests noch nicht erhältlich - sie enthält ein Levelpaßwortsystem, daß nach jedem geschafften Level ein solches ausspuckt, welches sich der Spieler aufschreiben sollte - damit kann man später wieder zurück ins Spiel einsteigen. Die Modulversion (RGCD) besitzt eine Speicherfunktion auf Modul - hier braucht der Spieler nichts weiter zu machen - außer sich auf das Spiel zu konzentrieren. Die Downloadversion (Carleton Handley via itch.io) enthält beide Varianten des Spieles und sogar eine Singlefile PRG und Tape-Datei - Emulatorenuser die VICE nutzen und Probleme mit dem Modul haben, sollten die neuere Version 3.2 des Emulators nutzen!

Meinem Test liegt die Downloadversion zu Grunde - getestet habe ich beide Varianten, wobei ich die Diskversion aufgrund der Paßwortermittlung bevorzugte, aber natürlich jedem der kann nur rate, die Modulversion zwecks Bequemlichkeit zu spielen.


Nach dem Start laufen erstmal die Screens der Publisher und der Macher durch, ehe man in das Hauptmenü des Spieles kommt. Hier kann man sich die Credits ansehen, ein Spiel starten oder einen Blick in die Spielmechanik in Form eines "How to play"-Tutorials werfen. Neulinge sollten hierüber ganz ordentlich auf das Spiel vorbereitet werden - neben Text wird auch anhand animierter Beispiele gezeigt, worauf es ankommt und wie gespielt wird. Allerdings ist das Tutorial und auch die Anleitung in Englisch - das fällt aber nicht weiter ins Gewicht, da man hier bestens mit einfachem Schulenglisch weiter kommt - und falls nicht - in diesem Test werde ich auf die Mechanik eingehen, sodaß ihr auch ohne diese Texte mit dem Spielen beginnen könnt.


Startet man das Spiel erscheint eine Levelübersicht über alle 100 Level - diese kann man natürlich nicht direkt anwählen, sondern muss jedes Level durch Meistern des vorherigen freischalten. Als Belohnung ändert sich das Icon mit der Levelnummer in das zuvor erstellte Bild. In diesem Screen gibt man auch seinen Levelcode ein um weiterspielen zu können.

Starten wir mit Level 1 und werfen einen Blick auf den Aufbau des Screens. Im rechten Bereich findet man stets Angaben zum aktuellen Level, einen Timer und welche Musik gerade spielt. Zum Timer sei gesagt, daß dies kein Zeitlimit ist - man kann spielen solange man will (ab 99 Minuten bleibt das Teil einfach stehen) - es soll wohl nur dem Spieler aufzeigen, wie lange man schon an einem Puzzle sitzt - und diese Zeit kann je nach Vorgabe gut und gerne auf eine halbe Stunde oder mehr anwachsen. Zur Musik sei gesagt, daß man 3 Stücke zur Wahl hat - man kann sie jederzeit mit den Tasten F1, F3, F5 umschalten - oder mit der Taste F7 komplett für Ruhe sorgen. Im linken oberen Bereich gibt es ein kleines Vorschaufenster was anzeigt, was wir da gerade malen - dies kann sehr hilfreich sein, da man manchmal erahnen kann, um was es sich handelt und kann entsprechend seinen Fokus darauf legen - das gelingt aber nicht immer.


Den Rest des Screens nimmt das Spielfeld ein. Anfangs haben wir ein Spielfeld von 5x5 Reihen - ab Level 5 werden es 10x10 Reihen und ab Level 29 sind es bis zum Ende des Spieles 15x15 Reihen. Links und oberhalb des Spielfeldes befinden sich Zahlen. Diese geben an, in welcher Reihe und Spalte wie viele Kästchen von uns ausgefüllt werden müssen. Bei mehreren Zahlen gilt, daß sich zwischen zwei Werten immer mindestens ein freies Kästchen befinden muss - also beginnt man stets mit dem gleichen Schema: zunächst schauen wir, ob es Reihen mit "0" gibt - diese Reihen werden nicht gebraucht und können zur besseren Übersicht mit einem "X" markiert werden. Danach schauen wir, ob es Reihen gibt, die sich entweder an einem Stück oder bei mehreren Zahlen mit Unterbrechung(en) in eine Reihe eintragen lassen, diese aber dennoch komplett ausfüllen. Erst danach beginnt man durch Knobeln herauszufinden, wie der Rest paßt - sind es Reihen am äußersten Rand, kann man die Inhalte direkt aus den Vorgaben übernehmen - sind sie mittendrin, muss man rechnen oder experimentieren - denn... gibt es zB. mehrere Zahlen und sind diese kleiner als eine Reihe, können diese überall passen. Doch es gilt das Schema - sie sind nicht vertauscht oder vermischt - steht in einer Reihe also zB. "2 - 5 - 4", dann werden diese auch so im Puzzle vorkommen wie sie vorgegeben sind - darauf kann man sich verlassen.


Nicht immer verlassen kann man sich auf die Anzeige der Zahlen - sobald man eine Vorgabe irgendwie umgesetzt hat, verfärbt sich die Zeile und gibt an - Werte sind im Feld untergebracht - ob sie allerdings an der richtigen Stelle stehen, darüber gibt diese Funktion keine Auskunft, also Vorsicht. Geht mathematisch an die Rätsel heran - es gibt nur einen logischen Lösungsweg - immer einen Anhaltspunkt, nach dem sich die Rätsel auflösen lassen... außer natürlich ganz am Ende des Spieles - da wird man echt ins kalte Wasser geworfen und muss die richtigen Positionen eigenständig herausfinden. Hat man ein Bild erfolgreich erstellt, gilt der Level als geschafft und eine kleine Zusammenfassung erscheint - welches Bild gesucht war, wie lange man brauchte und natürlich das Paßwort.

Doch wie wird überhaupt gespielt? Mit dem Joystick natürlich. Man kann mit einem Auswahlkästchen frei auf dem Spielfeld herumfahren. Drückt man den Feuerknopf, setzt man einen Punkt, danach ein Kreuz und danach wird alles wieder entfernt. Hält man den Feuerknopf gedrückt, kann man mit dem gerade aktiven Feature ganze Bahnen durchmarkieren - das ist hilfreich bei langen Werten oder wenn man eine Bahn mit "X"en markieren will.

Das war es auch schon, was es zum Spiel zu sagen gibt, werfen wir einen Blick auf die technische Seite.

Das Spiel ist technisch perfekt umgesetzt worden - mir sind zu keinem Zeitpunkt negative Dinge aufgefallen, über die ich berichten könnte. Es läuft stabil und flott - was auch daran liegt, daß es nach dem Start nichts mehr nachlädt - es sei denn, man möchte ein DLC-Pack nutzen (dazu später mehr).

Die Steuerung ist sehr präzise und genau - allerdings braucht man eine kleine Eingewöhnungszeit um diese richtig zu bedienen - gerade Anfangs ertappt man sich öfters bei der Auswahl einer falschen Funktion oder löscht unbeabsichtigt etwas - aber daran gewöhnt man sich schnell.

Die Grafik ist schlicht, aber zweckmäßig und ausreichend. Gefallen haben mir besonders die Auflockerungen durch die Animationen bei der Levelzusammenfassung. Die Musik ist abwechslungsreich und gut gelungen - sollte sie dennoch irgendwann nervig oder langweilig werden, kann man sie einfach abschalten.


Fazit:

Ein simples aber absolut süchtig machendes Knobelspiel, welches Spaß macht und für viele unterhaltsame Stunden sorgt. Anfangs kann die ganze Familie miträtseln, irgendwann wird es aber auch für die Hartgesottenen zur Herausforderung. Rätselfreunde kommen um Grid Pix nicht vorbei und sollten sich dieses Highlight nicht entgehen lassen.

Von mir bekommt das Spiel auf der berüchtigten Skala von 1 bis 10 eine glatte 9!

Das Spiel kann durch DLC-Packs (Downloadcontent) erweitert werden - ein solches Pack wird über ein Floppylaufwerk nachgeladen und bietet jeweils neue 100 Level. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Tests war allerdings noch kein Extrainhalt verfügbar - Spieler sind aber dazu aufgerufen, mit der beiligenden Designkarte eigene Level zu erstellen und per Email den Machern zukommen zu lassen - diese Inhalte werden dann in diese DLC-Packs mit einfließen. (weitere Infos und Adresse sind der dem Spiel beiliegenden Karte/PDF-Datei zu entnehmen)

Bezugsquellen:

Downloadversion (3 US-Dollar): https://carletonhandley.itch.io/gridpix
Modulversion (35 britische Pfund): https://rgcd.bigcartel.com/product/grid-pix-commodore-64
Diskversion (noch nicht erschienen): http://www.binaryzone.org/retrostore/

Ein Wort zu den Levelcodes:

Ich könnte alle Levelcodes zu diesem Spiel an dieser Stelle aufführen, denke aber, daß ihr euch den Spaß daran, die Levels selber zu knacken, nicht kaputt machen solltet. Daher gibt es Levelcodes erstmal nur sporadisch als Nachfrage via Kommentar und gültiger Emailadresse (dahin schicke ich euch persönlich den Code). In einem Jahr könnte ich mir die Veröffentlichung alles Codes hier im Artikel vorstellen - erkennbar am gelben Feld unter diesem Text - erinnert mich bitte einfach daran, sollte dann noch Interesse bestehen.

Schlagworte : C-64, Test, Digital Talk

Trixter
Administration Nemesiz v4 Projekt
Aufgaben im Nemesiz: Administrator, Autor & Moderator, Übersetzung & Bugfixing
Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

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    Was ist der vierte Buchstabe des Wortes mjiac ?
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