C64 Test: "Moonspire" - Modulversion



Montag 27 August 2018 von Trixter C64, C64 Test keine Kommentare

(RGCD/2014) 

Test der Downloadversion (Modulversion)

Moonspire ist ein Sci-Fi Shoot´em Up im Design von Paradroid mit einigen Elementen des Amiga Spieles Spherical Worlds. Der Spieler übernimmt die Rolle einer "Kampfkugel" die sich in mehreren Leveln (6 an der Zahl, aber die sind mit rund 264 Bildschirmen sehr umfangreich) durch diverse feindliche Raumschiffe rollen und eine fest vorgegebene Anzahl von sogenannten Orbs einsammeln muss. Natürlich sorgen etliche Gegnertypen und deren Verhalten dafür, daß dieses Vorhaben nicht zu leicht gemacht wird. Auf der Habenseite stehen uns 3 verschiedene und wählbare Waffensysteme zur Seite - das Spiel lebt also von einer Mischung aus Action, Erkunden, Einsammeln und Kampf.

Nach dem Spielstart erscheint ein Intro-Bild des Spieles und danach befindet man sich direkt im Startscreen wieder, wo man diverse Einstellungen vor dem Spielstart einstellen kann. So kann man den Schwierigkeitsgrad in 3 Stufen wählen (Easy bis Hard), ob Musik oder SoundFX während des Spielens ertönen soll und ob man mit Joystick oder Tastatur spielen möchte. Wählt man Joysticksteuerung aus, muss man dennoch hin und wieder auf die Space-Taste drücken, denn hierüber hat man Zugriff auf die Waffensysteme.

Hat man alles nach seinen Wünschen eingestellt, startet man das Spiel und befindet sich direkt am Spielgeschehen wieder. Die Raumschiffe sind in einzelnen Bildschirmen aufgebaut, die alle miteinander verbunden sind. Manche lassen sogar verschiedene Wege zu (jeder Bildschirmrand kann als Weg fungieren) und so mancher könnte schnell die Orientierung verlieren - das Anlegen einer Karte ist aber meist nicht nötig, da das Ganze zwar verwirrend angelegt sein kann aber immer als abgeschlossenes Ganzes zu sehen ist, dh. irgendwann findet man zu neuen oder alten Bereichen und wenn es nur durch Zufall ist. Sinn ist es, die im unteren Bildschirmrand angegebene Anzahl von Orbs (drehende Kugeln) einzusammeln. Erst wenn man alle Orbs gefunden hat, öffnet sich der Exit und man kann zum nächsten Raumschiff (Level) wechseln.

Zu den Gegnern sei gesagt, daß es davon eine ganze Menge gibt - manche fahren nur stupide ihre vorgegebene Bahn ab, andere bewegen sich frei und wieder andere stürzen auf  den Spieler zu. Eine Berührung zieht Energie ab - diese kann aber im weiteren Verlauf des Spieles durch Erste Hilfe-Icons erneuert werden, gleiches gilt übrigens auch für die Munition der Special-Waffen. Standardmäßig steht uns ein Pulse-Laser mit unendlich vielen Schüssen zur Verfügung - dieser fliegt nur stupide in die Richtung in die wir schießen. Daneben kann man (mit der Space-Taste) auch weitere Waffen auswählen. Da gäbe es Homing (Raketen) die von selber ihre Gegner anvisieren und abschießen, sowie Nuke, was alles vom Bildschirm fegt, wird es aktiviert. Von diesen Waffen gibt es nur eine begrenzte Anzahl Munition, welche daher sparsam und bedacht eingesetzt werden sollte. Nicht selten geht man drauf, weil man die Munitionsanzeige aus den Augen verloren hat und nicht mehr Schießen kann.

Einmal erledigte Gegner tauchen nie mehr auf - das ist sehr fair. Aber man darf nicht verschweigen, daß manche Gegner nicht nur unterschiedlich viele Treffer aushalten können, sondern es auch welche gibt, die man gar nicht erst abschießen kann. Diese patrolieren meist an strategisch wichtigen Positionen, dh. man muss mehrfach (in beiden Richtungen) an ihnen vorbei, da der Ausgang auch immer dort liegt, wo man das Level angefangen hat.

Interessant fand ich die Levelführung und Gestaltung - manche Räume sind zB. gesplittet, enthalten Hindernisse (erkennbar an ihrem Schattenwurf) oder sogar Teleporter. Diese führen meist in Sackgassen, können aber auch Abkürzungen sein.

Zu Spielbeginn erhält man (im Easymodus) 5 Leben und alle 2000 Punkte ein weiteres mehr. Hier zeigt sich das Spiel sehr großzügig - allerdings gibt es hier und da auch Situationen im Spiel, wo Gegner (und damit meine ich etliche gleichzeitig) auf einen zugestürmt kommen, sobald man den Screen betritt. Diese scheinen direkt beim Eingang platziert worden zu sein und lassen nicht den Hauch einer Chance - sprich, man verliert unverschuldet ein Leben. Ansonsten gibt es nicht viel zu Meckern. Die Steuerung ist präzise und kommt höchstens bei pixelgenauen Zwischenräumen, die man exakt treffen muss um zB. in einen Teleporter oder andere Zwischenräume zu gelangen, ins Straucheln. Gegnerische Schüsse lassen sich ebenfalls abschießen - was will man mehr?

Fazit...

Der Aufbau der Bildschirme ist gut gestaltet und bietet auch in Form von anderen Hintergründen und Grafiken genügend Abwechlsung, auch wenn es keine Animationen im Hintergrund selber gibt.

Die Sprites selber sind gut animiert und farbenfroh. Die Gegner sind knackig - wenn auch hier und da ein wenig unfair - aber solche Passagen sind eher die Ausnahme als die Regel. Die Waffensysteme sind einsehr nettes Element um die diversen Voraussetzungen meistern zu können  - vorausgesetzt man hat genügend Munition. Diese im laufenden Gefecht zu wechseln dürfte allerdings ein Ding der Unmöglichkeit sein, da das Spiel selbst bei der Waffenwahl unbeeindruckt weiterläuft und man somit ein Leben riskiert. Daher immer vor einem Kampf die Waffen wechseln!

Musik gibt es (wenn nicht anders ausgewählt) nur im Titelbild, die SoundFX sind wohl dosiert und passend - die meiste Zeit (wenn nichts passiert) ist es recht still, was aber nicht schlecht sein muss, da man sich so besser auf die nächsten Herausforderungen konzentrieren kann. Die Grafik ist zweckmäßig, eher schlicht gehalten, erinnert aber frappierend an Paradroid, da es direkt ins Auge sticht. Das Gameplay ist fordernd und die Steuerung geht gut von der Hand. Was ich kritisieren würde sind die 2 bis 3 unfairen Situationen wo etliche Gegner auf einen zustürmen sobald man in besagten Bildschirmen seinen Fuß setzt und der Umstand, daß es keine Speicherfunktion oder Levelcodes gibt. Sprich - gibt man den Löffel ab, darf man das Spiel immer beim ersten Level neu beginnen, was ein wenig auf die Langzeitmotivation drückt, wenn man immer das selbe erneut spielen darf um zu der Stelle zu gelangen, wo man den Löffel abgegeben hatte.

Ein grundsolides Actionspiel mit Suchtcharakter, welches anforderndes Gameplay bietet, lange Zeit unterhält und Spaß macht. Wem Spherical Worlds gefallen hat der findet sich auch hier umgehend zurecht, auch wenn viele Elemente des original Spieles fehlen - aber die Kernessenz ist vorhanden und darauf kommt es an.

Das Spiel erhält auf der berühmten Skala von 1 bis 10 eine glatte 8!

Wer sich das Ganze mal testweise ansehen möchte, der findet eine Freewaredemoversion (1 Level) in der CSDb unter: https://csdb.dk/release/?id=134827

Das Spiel ist bei RGCD erhältlich und zwar auf Modul für 30 britische Pfund: http://rgcd.bigcartel.com/product/moonspire-commodore-64

Die Downloadversion ist für rund 3 US-Dollar bei itch.io erhältlich, benötigt aber am C64 Hardware die CRT Files nutzen, bzw. flashen kann - etwa die 1541 Ultimate oder das Turbo Chameleon. Natürlich kann man das Spiel auch unter einem Emulator wie VICE spielen. https://rgcddev.itch.io/moonspire

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Dieser Artikel wurde vor 2 Jahr(en) , 2 Monat(en) und 5 Tag(en) veröffentlicht, es ist also möglich, dass der Inhalt inzwischen nicht mehr aktuell ist.

Schlagworte : C-64, Test, Digital Talk

Trixter
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Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

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