C64 Test: "Planet Golf"



Sonntag 29 April 2018 von Trixter C64, C64 Test keine Kommentare

Testbericht Downloadversion
    (Psytronik/2017) 

In ferner Zukunft wird sich die Menschheit auch auf anderen Planten breitmachen und spielt als erstes, na?

Natürlich Golf! Jedenfalls wenn es nach dem Spiel von Antonio Savona geht, welches bei Psytronik als Download und Diskversionen schon letztes Jahr erschien.

Übrigens zieht RGCD mit der Modulversion noch in diesem Jahr nach - für diesen Test lag allerdings die Downloadversion vor, welche sich auf 2 D64-Images verbreitet. Auf der zweiten Diskette befindet sich ausschließlich das Intro, welches mit gut gemachter Sprachausgabe (zumindest wenn man einen neuen 8580er SID-Chip verwendet), digitalisierten Hires-Filmsequenzen aufwarten kann und in die Hintergrundgeschichte einführt. Bei den älteren SID-Chips schwankt die Qualität von "recht gut" bis "grausiger Krach"...

Nach dem Start von der ersten Diskette befindet man sich im Hauptmenü wieder. Hier kann man das Spiel starten, die Anzahl der Spieler (max. 2) einstellen und seine bisherigen Errungenschaften einsehen. Neben dem eigentlichen Golfspielen kann man nämlich zahlreiche Aufgaben erfüllen (etwa Vögel abschießen ist eine davon).

Startet man das Spiel, stehen Anfangs 3 Welten zur Auswahl - man kann also frei wählen, mit welcher Welt man beginnen möchte. (Erde, Mars und Jupiter) Wobei jede Welt natürlich ihre eigene Gravitation aufweist. 2 weitere Welten gibt es zudem, welche aber noch gesperrt sind - diese schaltet man im weiteren Verlauf des Spieles frei.

Wie man sich gut vorstellen kann, spielt die Gravitation eines Planeten und dessen Oberfläche (zB. Gras, Staub) eine große Rolle auf das Flug und Rollverhalten des Golfballes - dazu aber später mehr. Die Planeten bestehen meistens aus rund 20 verschiedenen Bildschirmlevel und haben allesamt zwar andere Beschaffenheiten, aber immer das selbe Ziel - nämlich den, den Ball am Ende mit möglichst wenig Schlägen einzulochen. Die Grafik ist dabei schlicht und simpel - besitzt aber einige nett gemachte Sprites und Animationen im Hintergrund - mehr braucht es aber auch nicht. Dafür ist das Spiel absolut flüssig spielbar.

Man startet also irgendwo auf dem Spielfeld und hat die Aufgabe, den Ball ins Loch zu bekommen. Hierzu muss eine animierte "Linie", welche man in einem 180 Grad-Radius frei um den Ball bewegen kann, in die entsprechende Richtung bewegt werden. Die Richtung, wohin sie zeigt, ist also auch die "Schussrichtung". Jetzt drückt man solange auf den Feuerknopf wie man meint, daß es von der Stärke her nötig ist (eine entsprechende Balkenanzeige ist vorhanden) und läßt den Feuerknopf los - sofort wird sich der Ball daraufhin auf den Weg machen.

Hat man zu viel Power drauf gehabt, kann es sein, daß der Ball aus dem Bildschirm fliegt, was als Fehlversuch auch wieder mit Sprachsamples begleitet wird und man darf erneut vom Startpunkt einen neuen Versuch wagen. Ansonsten "titscht" der Ball munter auf die Begebenheiten der Landschaft ensprechend reagierend übers Bild und bleibt irgendwo liegen (sollte man nicht mit dem ersten Schlag schon direkt das Loch getroffen haben) - von diesem Punkt an geht das Spiel dann weiter, bis man letztendlich den Ball im Loch versenkt hat - was wiederum mit Sprachausgabe, bzw. in diesem Fall mit "frenetischen Jubel" akkustisch bestätigt wird.

Sollte einem das "Rumtitschen" vom Ball zu lange dauern, kann man eine eingebaute Vorspulfunktion nutzen, indem man den Joystick nach oben lenkt. Joystick nach unten führt in ein Onscreenmenü. Über dieses Menü hat man jederzeit die Möglichkeit das Spiel zu beenden, aber auch die Musik und die SoundFX kann man hier umstellen.

Ich persönlich bevorzugte die "Stille" beim Spielen mit den SoundFX am Rande - die Musik konnte mich nur kurz unterhalten und wurde schnell nervig - aber das ist auch Geschmackssache und ist in diesem Test kein Bewertungskriterium.

Interessant ist die recht gelungene Physik, also die Gravitation und die Oberflächenbeschaffenheit, die stets immer mit eingeplant und abgeschätzt werden muss. Denn es ist davon abhängig, wie hoch ein Ball fliegt, bzw. titscht und wie gut er auf dem Boden rollen wird. Auf dem Jupiter zB. muss man meist immer mit "volle Pulle" arbeiten, da die Schwerkraft so groß ist, daß der Ball wie ein nasser Sack zu Boden fällt - es sei denn, im Level befinden sich Dinge wie "Antigravitationsmatten", welche diesen Umstand solange aufheben, wie sich der Ball in ihrem Einfluss befindet. Solche Elemente oder Einfälle lockern immer wieder das Gameplay auf.

Im Grunde erinnerte mich das Ganze ein wenig an Spiele wie Artillery Duel - nur daß man hier keinen Gegner abschießen muss und die Physik einen noch höheren Stellenwert einnimmt. Um auf den Punkt zu kommen - das Spiel hat einen unwahrscheinlich hohen Spaßfaktor! Ständig verlaufen Dinge anders als gedacht und das führt zwangsläufig zu den kuriosesten Situationen. Manche könnten es als Frust mißverstehen und sich ärgern - aber irgendwie schafft es das Spiel, daß man sich nicht darüber aufregt, sondern eher schmunzelt, sich an den Kopf faßt oder - wie ich - darüber lachen kann. So viel wie bei diesem Spiel habe ich noch bei keinem Test gelacht. Zudem wird man immer weiter dazu angespornt, ein Level doch noch knacken zu wollen.

Der Levelaufbau ist gut durchdacht und man knobelt mehr im weiteren Verlauf des Spieles an einer Lösung als wie man Golf spielt - ihr wißt schon was ich meine, da hier die Aufgabenstellung so viele Komponenten hat, die mit in die Berechnung einfließen müssen, als würde man zB.eine Runde echtes "Minigolf" spielen.

Gut, daß das Spiel hin und wieder Tips ausgibt und auf Neuerungen hinweist - so kommt man der Lösung eines Levels langsam immer näher. Okay, vieles ist natürlich von Glück und Geschick abhängig, aber man "arbeitet" sich meistens recht schnell voran, wenn man die Aufgabenstellung durchschaut hat.

Nach rund 20 Leveln (99 insgesamt/5 Welten) erfolgt ein Auswertungsscreen samt Auflistung der Statistik - also wie viele Bälle man auf Anhieb versenkt, wie viele aus dem Screen geflogen sind, welche Aufgaben man erfüllt hat, usw. - danach kann man sich der nächsten Welt zuwenden.

Ein Wort noch zu den Schlägen, bzw. zu den Versuchen. Man hat eigentlich unendliche Versuche zur Verfügung, aber es gibt schon so etwas wie einen vorgegebenen Rahmen. Dieser ist unten rechts zu finden und dieser verfärbt sich. Pauschal kann man aber nicht sagen, daß man pro Level zB. 8 Versuche hätte. Es sind immer unterschiedliche Werte, meist viel weniger. Sagen wir, es wären 3 - dann ist diese Zahl grün. Schafft man es eher wird dieser Wert dem nächsten Level zugerechnet und steht als "Puffer" zur Verfügung. Mit weiteren Fehlversuchen wird die Zahl erst gelb und danach rot. Rechts daneben gibt es eine weitere Zahl - diese zeigt die kompletten Versuche der gesamten Welt an. Bei weiteren Fehlversuchen steigt der Wert, schafft man es nach Vorgabe, bzw. darunter, wird der Wert der zweiten Zahl sinken - am Ende der Welt fließt dieser Wert an Versuchen in die Bewertung mit ein und entscheidet wohl auch darüber, ob man eine Welt als "geschafft" betrachten darf, bzw. eine neu freigeschaltet wird. Dazu kann ich aber nichts sagen, da es mir bislang noch nicht gelang, eine der gesperrten Welten freizuschalten. Das ist eine Vermutung von mir...

Fazit:

Ein schlichtes, aber durchaus forderndes Golf/Knobelspiel, welches durch seine realistische Physik zu begeistern weiß - es macht einfach Spaß mal wieder eine Runde zu spielen. Die Technik ist solide, flott und zweckmäßig - gleiches gilt für die Musik und SoundFX - die Sprachausgabe hingegen macht nur auf neueren SID-Chips eine gute Figur und ist als Bonus anzusehen - dürfte aber auf alten Brotkästen nervig sein, wenn dort neben sehr guten Digisamples hier und da nur noch unverständlichen Krach ertönt.

Zum 2-Playermodus sei gesagt, daß hier beide Spieler immer abwechselnd spielen, allerdings erst dann, wenn ein Spieler eingelocht hat. Mit einem Mitspieler dürfte das Ganze noch lustiger werden.

Wer gerne knobelt und auf ungewöhnlichen Plätzen mit noch ungewöhnlicheren Verhalten einmal Golf spielen will, ist hier goldrichtig. Die Mischung machts - und daher kann ich dieses Spiel bedenkenlos empfehlen.

8 von 10 Punkten auf unserer Testskala.

Die Downloadvariante liegt bei 4 US-Dollar - die Diskvarianten starten ab 7 britische Pfund und gehen bis 40 Pfund. (Psytronik) Die Modulversion von RGCD liegt bei 30 Pfund. Beachtet, daß der Onlineshop von Psytronik derzeit im Wartemodus ist und daher nur die Downloadversion (zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Tests) bei Psytronik verfügbar ist. RGCD´s Modulversion scheint davon aber nicht betroffen zu sein.

Nun denn, worauf wartet ihr noch? Legt los und spielt Golf...

www.psytronik.itch.io/planet-golf-c64

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Dieser Artikel wurde vor 2 Jahr(en) , 5 Monat(en) und 28 Tag(en) veröffentlicht, es ist also möglich, dass der Inhalt inzwischen nicht mehr aktuell ist.

Schlagworte : C-64, Test, Digital Talk

Trixter
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