C64 Test: "Maze Of The Mummy"



Sonntag 29 April 2018 von Trixter C64, C64 Test keine Kommentare

Testbericht Downloadversion
(Psytronik/2014/2016)
 

Anders als ursprünglich vermutet, haben wir es hier nicht mit einem aktuellen Spiel zu tun. Es erschien schon im Jahr 2014 und zwei Jahre später gab es eine Verbesserung, welche dem Spiel weitere Features wie eine automatische Speicherung und keine Flackerbalken beim Nachladen bescherte. Da wir das Spiel aber noch nicht in einer Digital Talk besprochen haben, holen wir dies hiermit nach.

Das Spielprinzip dieses Knobelspiels ist recht einfach erklärt. Der Spieler übernimmt die Rolle eines Forschers, der in diversen Pyramiden (15 an der Zahl) mit jeweils 15 Leveln (Räumen) unbeschadet den Ausgang erreichen muß. Insgesamt warten somit 225 Level auf den geneigten Spieler (und nicht 255 wie es fälschlicherweise auf der Psytronik-Webseite und im Binaryzone-Shop im Haupttext angegeben wurde). Dabei gilt - für jeden Schritt den wir machen, macht eine ebenfalls immer im Level vorhandene Mumie zwei Schritte!

Es gilt als  - mit einem Zeitlimit im Nacken - vorausschauend den Weg zu planen um nicht von der Mumie eingeholt und erwischt zu werden. Dabei dienlich ist natürlich auch der Levelaufbau. So reagiert die Mumie immer parallel zu unseren Schritten und ahmt diese nach - natürlich ist jeder Level anders aufgebaut und daher ist in jedem Level auch eine andere taktische Vorgehensweise nötig - aber man kann zB. muss Wände benutzen um den Weg der Mumie zu blockieren. Später gesellen sich noch Türen hinzu, deren Schlüssel irgendwo im Level platziert wurden. Bei Berührung öffnen oder schließen sie die Tür, dh. man kann den Schlüssel nicht aufsammeln - er ist ein festes Element, welches auf jeden Fall in die Planung aufgenommen werden muss, da sich die Level meist immer nur auf einem bestimmten Wege meistern lassen - wie genau, das gilt es für den Spieler herauszufinden.

Ebenfalls Elemente im späteren Spielverlauf sind Fallen (welche aber nur Auswirkungen für den Spieler haben) und andere Gegner wie Skorpione oder weitere Mumien, die sich exakt nach dem selben Muster wie unsere uns ständig begleitende Mumie bewegen. Allerdings kann man diese gegenseitig ausspielen, indem man sie auf einen anderen Gegner schickt - es folgt eine kleine "Kabbelei" und am Ende wird  nur noch einer den Sieg davon tragen, also übrig bleiben.

Hat man ein Level bis zum Ausgang geschafft, werden anhand der Zeit und Weg Bonuspunkte vergeben und ein Rang verkündet. Welche Auswirkungen dieser Rang, bzw. dessen Bezeichnung haben wird, war nicht in Erfahrung zu bringen, aber vermutlich ist er nicht mehr als eine Bezeichnung die abhängig von den erspielten Punkten ist - ein netter Gag, nicht mehr. Danach startet gleich das nächste Level und somit die nächste Aufgabe.

Übrigens... man kann seine letzten Schritte bis zu 9 mal über die Space-Taste rückgängig machen oder per Druck auf den Feuerknopf den eigenen "Zug" überspringen - also auslassen - womit direkt der Gegner wieder am Zuge ist. Diese Funktion sollte man nicht unterschätzen, sie wird in einigen Leveln unbedingt benötigt um dieses erfolgreich beenden zu können. Meist dann, wenn ein Hindernis nur einen Schritt der Mumie benötigen würde, diese aber zwei ausführt sobald man sich  bewegt. Ihr seht schon, das Ganze ist teilweise sehr raffiniert gemacht und erfordert höchste Konzentration. Dabei ist der Levelaufbau sehr gelungen und durchdacht - es gibt immer einen Weg, der nur erst herausgefunden werden muss. Das ist fordernd und wird - je länger man spielt - immer fordernder, aber niemals unfair.

Wird man durch eine Falle oder einen Gegner getötet, stehen einem rund 9 Versuche zur Verfügung, das Level zu wiederholen. (nicht 99, wie ich zuerst annahm, die bei der Creditsanzeige dargestellt werden - was man sich dabei gedacht hat, weiß ich nicht - das verwirrt ein wenig, da auch die gewählte Schrift schwer zu lesen ist, aber nach meinem Ermessen, stehen dort tatsächlich 99 und nicht 09. Die letzte Zahl ändert sich bei einem Neuversuch, aber nach 9 mal geht das Spiel in einen Game-Over-Screen über)

Die angepriesene Automatische Speicherung gibt es auch - aber erst nach dem erfolgreichen Beenden einer Pyramide! Startet man das Spiel später erneut, wird eine Abfrage erscheinen, die einem die Wahl läßt, das Spiel ab der letzten geschafften Pyramide weiterzuspielen oder komplett neu anzufangen. Das ist praktisch, kann aber auch nervig sein, da man immer alle Level von vorne spielen darf, während das Level welches man schaffen will und bislang gescheitert ist, irgendwo im hinteren Segment liegt. Hier wäre es schöner gewesen, wenn das Spiel nach jedem erfolgreich absolvierten Level speichern würde. Aber naja, man kann nicht alles haben, zudem handdelt es sich ja auch um eine später nachträglich eingefügte Funktion, für das das Spiel ursprünglich gar nicht vorbereitet war. Wie es ursprünglich gewesen ist, kann ich nicht beurteilen, da ich die alte Version nicht kenne. Aber es wäre ein Witz, wenn man das Spiel nicht hätte speichern können auf dem Weg der 225 Level! Vermutlich war es aber so, daß der Spieler wohl manuell speichern mußte und evtl. diese Funktion gut versteckt war oder schnell übersehen werden konnte, sodaß er es nicht mitbekam und beim nächsten Spielen alles erneut spielen durfte, was für Frust und böse Mails beim Coder gesorgt hat - aber das ist nur eine Vermutung von mir...

Was gibt es noch zu sagen? Bei Spielstart erscheint eine Karte auf dem man die nächste Pyramide anwählen kann. Am Anfang kann man nur eine auswählen, später gabelt sich der Weg, sodaß man mehrere Pyramiden zur Wahl hat. Hat man eine komplett durchgespielt, erhält man einen Diamanten, welcher im selben Screen unterhalb der Karte erscheint und dort in einer Art Galerie gesammelt wird. Es gibt also insgesamt 15 solcher Schätze einzusacken, was auch das Ziel des Spieles darstellt.

Kommen wir zur technischen Seite...

Die Grafik und der Sound sind für solche Spiele ja eher zweitrangig - daher würde ich sie als zweckmäßig bezeichnen. Es gibt keine Grafikorgien, aber immerhin nett gestaltete "Dungeon"-Ausschmückungen mit animierten Fackeln an den Wänden. Die Sprites sind (bis auf die Spielerfigur) recht simpel und einfach gestaltet - aber man erkennt um was es sich handelt. Mit der Spielerfigur hat man hingegen mehr Aufwand betrieben - sie ist nett animiert und schaut auch den Spieler an, sollte dieser sich einmal zu viel Zeit lassen. Die Darstellung des Geschehens sieht man übrigens als Draufsicht mit "Karomuster".

Der Sound ist auch okay, aber recht spärlich vorkommend - die Musik ist sehr stimmig im "Ägyptendudelsound" gehalten. Ob es noch weitere Musikstücke im Spiel gibt, konnte ich nicht ermitteln, da bislang alle 3 Pyramiden die ich besucht habe für diesen Test, dieselbe Musik benutzten. Man kann diese aber auch deaktivieren, sollte sie irgendwann nervig werden.

Der Levelaufbau ist wie schon gesagt, sehr durchdacht, knifflig und fordernd - also genau die richtige Mischung, die ein Knobelspiel interessant macht und für einige Stunden Spielspaß sorgt. Noch ein Wort zur "Bewegung" - diese erfolgt normalerweise abwechselnd und Schrittweise - es sei denn, die Mumie "hängt" irgendwo fest und kann selber keine Schritte in irgendeine Richtung gehen - dann geschieht die Bewegung der Spielfigur quasi nahtlos und man kann ohne Wartezeit herumlaufen.

Ansonsten gibt es nicht viel über das Spiel zu sagen. Geboten wird grundsolider Knobelspaß an dem Freunde des Genres ihre Freude haben werden. Das Spielkonzept ist mal etwas völlig anderes als das was man sonst so kennt.

Für den Preis von 3 US-Dollar (Download) kann man beinahe blindlings zuschlagen - man erhält die verbesserte Version aus dem Jahr 2016. Ob dies auch für die physischen Varianten zutrifft, konnte ich leider nicht ermitteln - der  Beschreibungstext schweigt sich diesbezüglich leider aus.

Fazit:

Ein grundsolides Knobelspiel welches durchaus zu begeistern weiß - schlicht gehalten, aber beim Gameplay erste Sahne! Knobelfreunde werden hier stundenlangen Spielspaß finden und eine Nuss nach der anderen knacken können. Was will das Knobelherz mehr?

Die Speicherfunktion hätte dabei ruhig nach jedem Level sein dürfen - aber das ist Jammern auf höchsten Niveau.

Etwas genauer hingegen hätten die Beschreibungstexte auf den Webseiten ausfallen dürfen, inkl. den Schreibfehlern, die sollte Psytronik mal entfernen. Aber das hat ja im Grunde nichts mit dem Spiel ansich zu tun. Hier gibt es nur zu bemängeln, daß eine Anleitung fehlt und somit einige Funktionen und Spielelemente nicht näher beschrieben sind und durch ausprobieren selber ermittelt werden müssen. Ein Textfile, welches kurz auf die wichtigsten Dinge eingeht, liegt dem Download allerdings bei.

Das Spiel erhält auf unserer Skala von 1 bis 10 dennoch eine gute 7!

Unsere Empfehlung für Knobelfreunde.

Die physische Version liegt auf Diskette vor (Budget und Premium) bei Preisen zwischen 7 und 14 britischen Pfund. Es gibt sogar eine Upgradeoption für Käufer der Budgetvariante um diese auf die Premium-Version zu bringen. Dabei scheint es sich allerdings nur um die Hülle und das Cover zu handeln - eine Diskette liegt dem Ganzen wohl nicht bei - Preis 7 Pfund.

Es folgen die Links...

Download:
psytronik.itch.io/maze-of-the-mummy-c64

Disk:
http://binaryzone.org/retrostore/

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Dieser Artikel wurde vor 2 Jahr(en) , 6 Monat(en) und 3 Tag(en) veröffentlicht, es ist also möglich, dass der Inhalt inzwischen nicht mehr aktuell ist.

Schlagworte : C-64, Test, Digital Talk

Trixter
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