C64 Test: "LuftrauserZ" - Modulversion



Sonntag 29 April 2018 von Trixter C64, C64 Test keine Kommentare

        Testbericht Modulversion        
               (RGCD/2017)             

Ein "Demake" eines Androidsmartphone-Spieles für den Commodore 64? Paul Koller macht es möglich! 

Im Jahre 2014 entwickelte "Vlambeer" den Arcadeshooter, welcher Ende letzten Jahres von Paul Koller für unseren 64k-Byter portiert wurde und von RGCD vertrieben wird. Im Vergleich zum Original sind nur wenige Abstriche bemerkbar - so gibt es keine Spiegelungen auf dem Wasser und die Missionsvorgaben wurden auf jeweils 3 erreichbare Ziele verkürzt - ansonsten sticht (zumindest mir, da ich das Androidspiel nicht kenne) nichts ins Auge. Vom Gameplay, dem Design und den Funktionen scheint eine Menge übernommen worden zu sein, sodaß auch am C64 fette Actionorgien angesagt sind!

Der Spieler übernimmt die Rolle eines Piloten, der von seinem Flugzeugträger aus ins Kampfgeschehen geworfen wird.

Doch bevor wir dazu kommen, sei noch ein Wort zum Auslieferungsmedium gesagt. Das Spiel ist auf einem speziellen Steckmodul erschienen, welches auch Spielstände speichern (und natürlich wieder laden) kann. Es gibt eine digitale Downloadversion, welche neben den Modulimages auch eine virtuelle D64 Diskette enthält. Diese  ist zum Speichern gedacht - etwa wenn man das Spiel am VICE-Emu zockt oder auf ein kompatibles Flashmodul aufspielt, welches selber aber über keine Speicherfunktion verfügt. Leider verfüge ich weder über EasyFlash noch Turbo Chameleon um hier genaueres sagen zu können - aber ein gefixtes CRT-Image für das Turbo Chameleon liegt dem Downloadarchiv bei. In den Optionen des Spieles gibt es dann eine Funktion, auf Disk zu speichern oder diese Speicherstände wieder einladen zu können. Auf echtem Modul geht dies wohl automatisch.

Apropos Optionen... man kann neben Musik und Sound auch das Spiel resetten, Cut-Szenen erneut ansehen (falls man sie schon einmal gesehen/freigespielt hat - dabei handelt es sich allerdings nur um Bilder, keine Filmsequenzen). Eine Option die Einfluss auf den Schwierigkeitsgrad hat, sucht man hingegen vergeblich. Somit sind  für alle Spielernaturen die selben Vorgaben gegeben.

In die Optionen gelangt man im Screen mit dem Flugzeugträger, indem man den Feuerknopf drückt.  Aber es gibt noch weiteres zu entdecken. Je nachdem in welche Richtung man lenkt, gelangt man in den Statistikscreen, wo man über alle seine Erfolge informiert wird oder in den Hangar, wo man Verbesserungen am Fluggerät vornehmen kann - etwa andere Waffen, Schutzpanzer oder Antriebe. Diese Dinge schaltet man im Spiel durch Erreichen diverser Ziele frei - insgesamt stehen rund 125 verschiedene dieser Goodies zur Auswahl im Spiel!

Ebenfalls hier erreichbar - der "Result" Unterpunkt, was quasi die Highscores darstellt. Noch ein Wort zur Speicherung - es wird alles gespeichert, von den Hiscores, über die freigeschalteten Goodies bis zum Spielstand. Somit kann man jederzeit wieder ins Spiel einsteigen und dort weiter machen, wo man aufhörte.

Doch genug davon, widmen wir uns nun dem eigentliche Spiel. Anfangs dachte ich, ich hätte es mit einem "Wings of Fury"-Abklatsch zu tun, als ich den Flugzeugträger zum ersten Mal sah, aber ich wurde positiv überrascht. Man startet zwar davon, muss aber später dort nicht wieder landen und auch Inseln mit kleinen Männlein habe ich noch keine erblickt, dafür aber Luftkämpfe ohne Ende.

Das Ganze erinnert von der Steuerung her ganz frappierend an die "Thrust"-Spiele. Allerdings ist dieses Spiel im Gegensatz dazu wirklich gut spielbar. Man hat zwar einen Nachbrenner, dem man zur Fortbewegung nutzt oder um seine Position auszurichten, aber es gibt eine 360 Grad rundum Steuerung und nur wenig Dinge, die zu einem sofortigen Crash führen würden. Dh. man muss sich zwar schon an die Steuerung gewöhnen, aber das geht relativ schnell und ist gar nicht mal so kompliziert wie es sich anhört. Okay, man muss lenken, ständig den Nachbrenner zünden, zielen und lenken - aber das geht tatsächlich später nahtlos ineinander über und das Spiel ist so gnädig, den Schwierigkeitsgrad, bzw. die Anforderungen schrittweise zu erhöhen. So bleibt genügend Platz und Zeit um sich an die Spielsteuerung zu gewöhnen. Das Spiel ist aber beileibe kein simples Ballerspiel, sondern man muss Missionen erfüllen (60 sollen es insgesamt sein) - von denen jeweils gleich 3 gleichzeitig umgesetzt werden können. Dh. ihr seht vor dem Einsatz unter dem Flugzeugträger diverse Aufgaben, die es zu erfüllen gilt. Von jeder dieser Aufgaben - die in schriftlicher Form aufgezeigt werden, gibt es jeweils wiederum 3 Unterpunkte, welche durch Totenkopfsymbole dargestellt werden. Erfüllt man Aufgaben, färben sie sich anders - ist eine Reihe "voll", schaltet man ein Extra frei - und die  Aufgabenstellung ändert sich. Zb. muss man eine bestimmte Anzahl Gegner vom Himmel pusten, eine bestimmte Anzahl Schiffe versenken, im Max-Zustand dieses oder jenes machen, mit vollem Nachbrennerspeed fliegen und was weiß ich noch alles. Je weiter man aufsteigt, desto höher steigen auch die Levels und hin und wieder bekommt man auch eines der Cutszenenbilder zu Gesicht, die aber weniger der Story als den erreichten Erfolgen zuzuschreiben sind.     

Um es kurz zu machen - wer an einer Stelle festhängt, weil eine Aufgabe zu schwer ist, nimmt sich einfach eine andere zur Brust, erfüllt diese und die unlösbare Aufgabe wird beim Abschluss der Totenkopfreihe gegen eine andere ersetzt. Das ist praktisch, da es Aufgaben gibt, die man wohl erst mit der oder der Ausbaustufe schaffen wird. Zudem können geübte Naturen direkt nahtlos weiterspielen um ein weiteres Ziel zu erreichen, denn das Spiel bricht nicht ab, wenn man eine Aufgabe erfolgreich erledigt hat.

Das bringt uns zum nächsten Punkt, den Leben. Nun, man hat nur eines, dafür aber unendlich davon. Sprich, das Spiel läuft solange, wie man sein Leben nicht verliert. Hat man  Aufgaben geschafft, werden diese anerkannt, hat man nichts erreicht, beginnt man einfach wieder von vorne. Sterben kann man also nicht, aber man kann sich sozusagen die Zähne ausbeißen, wenn man eine Mission zum Frecken nicht erreicht. Das fördert die Motivation es dennoch weiter zu versuchen, da mit längerer Spielzeit auch immer mehr auf dem Screen passiert. So macht sich nach einiger Zeit ein akkustisches Signal, gefolgt von einem "Blink!"-Schrifzug auf dem Screen bemerkbar, was signalisiert, daß eine fliegende Festung irgendwo herumfliegt. Fragt mich nicht, was passiert -  ich habe es noch nicht geschafft, diese vom Himmel zu pusten...

Apropos Himmel... das Spiel scrollt nahtlos in alle Richtungen - einzig begrenzt vom Himmel und Wasser. Man kann sogar dagegen fliegen ohne daß man ein Leben aushaucht. Aber es passiert schon etwas, wenn man dies tut oder Gegner rammt oder von Geschossen getroffen wird - es verändert sich die Randfarbe des Screens. Dies ist ein Indikator dessen, welchen Schaden  man erhalten hat und wie viele Treffer man noch vertragen würde! Ganz clever gelöst, wie ich finde. Das interressate daran ist, daß sich diese Farben selbstständig wieder ändern, dh. man regeneriert sich automatisch, wenn man eine Zeit wartet und nicht getroffen wird oder gegen etwas neues crasht. Allerdings - gemein - nur dann, wenn man nicht gerade am Ballern ist. Daher muss man strategisch planen und immer mal vom Feuerknopf ablassen, damit man sich wieder heilt.

Die Grafik ist simpel aber schön anzusehen, aber das war sie im Original genauso. Alles ist schön flüssig und sehr detailliert, bzw. animiert. Ständig gibt es neues zu entdecken und auszuprobieren - die Musik paßt hervorragend zum Spielgeschehen und auch die SoundFX klingen knackig. Das Gameplay ist ausgefeilt und fordernd - Actionfreunde kommen hier voll auf ihre Kosten. Interessant sind die Aufrüstungsmöglichkeiten und die vielen Missionsaufgaben. Sehr schön ist auch die Speicherfunktion und daß es dank Modul praktisch keine Ladezeiten gibt.

Ob das Spiel allerdings auf Diskette passen würde, wage ich zu bezweifeln, sonst würde es diese mit Sicherheit auch geben. Somit empfiehlt es sich, das Spiel für 40 britische Pfund bei RGCD auf der neuen Modulgeneration zu kaufen. Das ist das Spiel auf jeden Fall wert - wer natürlich andere (Hardware)Möglichkeiten besitzt und sich an der Methode mit der Extradisk zum Speichern nicht stört, kann mit der kostengünstigeren Downloadversion (5 Dollar) bedenkenlos zugreifen!

Wer den ultimativen Action-Geschicklichkeitskick sucht, wird von diesem Spiel begeistert sein. Dies ist nicht einfach nur ein weiteres kurzweiliges Ballerspiel - dieses Spiel bietet stundenlangen Spielspaß.

Leider gibt es keine Demoversion die man im Vorfeld antesten könnte, sodaß ich euch nur auf mein Angespielt-Video auf meinem YouTube-Kanal verweisen kann, um das Ganze mal in Aktion zu sehen.

Fazit: Top-Action, Top-Spiel. Was Sam´s Journey im Jump´n Run Sektor ist, ist LuftrauserZ im Arcade-Ballerspielbereich - schnell, hart, fordernd und weiß zu überraschen. So müssen Kaufspiele sein!

9  von 10 Punkten für dieses Spiel

Beachtet: LuftrauserZ ist ein PAL-Spiel, es läuft nicht auf NTSC-Systemen!

Hier der Link, der zu allen Versionen führt:
https://rgcddev.itch.io/luftrauserz

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Dieser Artikel wurde vor 2 Jahr(en) , 5 Monat(en) und 23 Tag(en) veröffentlicht, es ist also möglich, dass der Inhalt inzwischen nicht mehr aktuell ist.

Schlagworte : C-64, Test, Digital Talk

Trixter
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