C64: Combination Deluxe Megatest



Samstag 15 Februar 2014 von Trixter C64, C64 Test keine Kommentare

Hurra, die 20jährige Jubiläumsausgabe der Digital Talk ist da! Und was läge da nicht näher, den diesmaligen Spieletest dieser Feierausgabe anzupassen und euch einen Titel zu präsentieren, den ihr tatsächlich als Erste exklusiv über unser Magazin geliefert bekommt! Die Rede ist von Combination Deluxe und dieses Knobelspiel findet ihr auf irgendeiner Diskettenseite der euch nun vorliegenden Ausgabe.

Okay, ganz Alteingesessene wissen es vielleicht schon oder können es sich anhand des Titels „Deluxe“ denken – von dem Spiel gibt es auch eine „normale“ Variante. Diese erblickte das Licht der Welt auf dem ehrbaren Vorbild unseres Diskettenmagazins – der Magic Disk aus dem CP-Verlag. (wer einen Blick riskieren möchte, ihr findet Combination in der Ausgabe Januar/95)

Was sich geändert hat um den Zusatz „Deluxe“ zu rechtfertigen, ist schnell erklärt. In der neuen Version wurden einige Grafiken verändert, das Handling verbessert und das Ganze um einen Leveleditor bereichert – ansonsten ist natürlich alles beim Altbewährten geblieben, seien es die geniale Musik (der Titeltrack ist ein echtes Highlight!), der Levelaufbau, die Endsequenz und sogar die Levelcodes.


Doch um was geht es eigentlich bei Combination Deluxe? Um ein Knobelspiel welches sein Spielprinzip ganz klar bei der Mutter aller Spiele dieser Art abgekupfert hat – nämlich bei Puzznic. In jeweils einem (bildschirmfüllenden Level) muss der Spieler alle gleichen Steine abräumen. Dies geschieht indem man mittels Fadenkreuzes einen Stein auswählt, dann den Feuerknopf drückt und (in diesem Zustand gedrückt gehalten) nach links oder rechts schiebt um den Stein zu verschieben. Jetzt muss man – unter Berücksichtigung des Leveldesigns, der vorhandenen Steine und der Schwerkraft – vorausschauend und planend mehrere gleicher Steine zusammenbringen, damit diese das Spielfeld verlassen. Hat man alle Steine abgeräumt, geht es in den nächsten Level (samt Anzeige eines Paßwortes, einer kurzen Einschätzung der Spielleistung und Abrechnung der verbliebenen Zeit als Bonuspunkte) – ist die Zeit abgelaufen, verliert man eines seiner 3 Leben. Gleiches gilt für den Umstand, wenn man einen Fehler gemacht hat und den Level mit der Space-Taste abbrechen muss um einen neuen Versuch zu wagen. Hat man genügend Punkte gesammelt, darf man sich in die speicherbare Highscoreliste eintragen und – wenn man mag – später mit der Eingabe des Paßwortes direkt in höhere Level wiedereinsteigen.

Die ersten Level des Spieles sind zur Einleitung gedacht – hier stößt man eigentlich auf keine größeren Probleme – die Aufgabenstellung ist einfach gehalten und selbsterklärend und führt wunderbar in die Spielmechanik ein. Interessant wird das Ganze nämlich, wenn „ungerade“ Steine abgeräumt werden müssen – diese können nämlich nur im „Verbund“ mit jeweils mehrere anderen entfernt werden – dabei sieht das Ganze dann so aus, daß man vorausplanend zwei Steine so platziert, daß diese sich nicht berühren und somit verschwinden würden, sondern als „wartender Puffer“ platziert werden um den letzten Stein zB. von Oben mittels Schwerkraft in deren Mitte fallen zu lassen. Dh. Man kann, bzw. muss auf diese oder ähnliche Art mehrere Steine verschwinden lassen und ist nicht etwa auf „nur“ zwei Gleiche beschränkt – genau das gibt dem Spielprinzip seinen besonderen Reiz. Knobeln, Nachdenken, Ausprobieren und Umsetzen – natürlich mit dem ständigen und gefürchteten Zeitlimit im Nacken (welches natürlich nicht pausiert werden kann, hehe, das wäre ja auch zu einfach ;-)

Und noch etwas Wichtiges zur Info – zwei gleiche Steine verschwinden NICHT, wenn diese in Bewegung aneinander geraten – etwa wenn ein Stein fest an einer Stelle neben einem Abgrund steht und ein Gleicher an diesem vorbei in den Abgrund fällt – Steine verschwinden also nur, wenn diese „fest“ auf dem Boden stehend zusammengeschoben werden, bzw. ein fallender „unten“ an seiner Position angekommen ist und dort auf einen schon Wartenden trifft.

Auch wichtig zu wissen – stehen mehrere Steine übereinander, können die Unteren dennoch aus dem Stapel herausgezogen werden! Natürlich gelten in diesem Fall die Gesetze der Schwerkraft und die frei gewordene Lücke wird direkt von dem darüber liegenden Stein (herabfallend) geschlossen. In manchen Leveln ist diese Strategie sogar nötig um zum Erfolg zu gelangen.

Wie schon gesagt – der Schwierigkeitsgrad steigt kontinuierlich an und wird (zumeist) immer fordernder. Ab und an gibt es aber auch mal ein erfrischend einfaches Level zwischendurch, welches man so an dieser Stelle nicht erwartet hätte (oder liegt es einfach daran, daß man verschiedene Strategien anwenden kann und ich zufällig die simpelste Lösung anwendete?) - aber das ist eher die Ausnahme als die Regel. Der eigentliche Gegner ist nicht die Knobelei ansich, sondern die tickende Zeit, welche unbarmherzig im Nacken sitzt und den Spielverlauf maßgeblich beeinflussen kann – nämlich dann, wenn der Spieler aus Zugzwang sich zu überstürzten Fehlhandlungen hinreißen läßt. Die Zeit stoppt nämlich niemals – noch nicht einmal wenn Steine aus hoher Distanz mehrere Sekundenlang fallen – daher muss in manchen Leveln jeder Schritt im Voraus geplant sein und ganz exakt umgesetzt werden – da kommt man sich teilweise echt wie ein stupider Roboter vor, der einprogrammierte Schritte abarbeitet... aber auch dieses „Verhalten“ wird nur phasenweise und dezent eingesetzt und ist nicht etwa Standardstilmittel für die höheren schwereren Level. Das ist natürlich alles Ansichtssache oder eigene Empfindung – ich empfand das Spielen als sehr ausgewogen und ausgeglichen – mir hat das Spiel einige schöne Spielstunden voller Knobeleien gebracht, welche durchaus als „süchtigmachend“ bezeichnet werden können. Leider war der Spaß dann nach 40 Leveln rapide zu Ende und die kurzen lobenden Worte der Endsequenz flimmerten über den Screen.

Zeit um sich den neuen integrierten Leveleditor einmal näher anzusehen. Dieser ist recht einfach zu bedienen und fast selbsterklärend. Im oberen Bildbereich wird das zu editierende Level angezeigt, im unteren die zahlreichen Möglichkeiten zur Veränderung – in dem Fall die unterschiedlichen Tilesets, also Spielsteine und Umgebung. Das Fadenkreuz dient dabei zur Platzierung auf dem Spielscreen und ein Druck auf eine der angegebenen Tasten (diese finden sich unter den Tiles) würde genau diesen Stein platzieren. Ein Druck auf die Space-Taste löscht das Tile vom Screen. Daneben gibt es noch diverse Änderungen zur Farbe oder Zeit – so kann man mit den Plus/Minustasten durch das gesamte Levelset scrollen und alle 40 Level ändern, speichern und später auch wieder einladen. (ein Druck auf die „h“ Taste läßt alle Optionen und Funktionen übersichtlich erscheinen) Ihr seht – dies ist ein sehr simples und einfaches System mit dem eigentlich jeder klar kommen sollte. Wenn euch der Ehrgeiz packt und ihr neue Level erstellt, würden wir uns sehr freuen, wenn ihr eure neuen Levels der DT zukommen laßt, damit wir diese unter der gesamten Leserschaft verteilen können. ;-)

Allerdings muss man dazu sagen, daß auch alle neuen Levels an die 40-Levellimitierung gebunden sind – im Grunde tauscht man die Originalen gegen die Neuen im Speicher aus. Nach dem Abschalten des Rechners sind die Daten natürlich futsch und müssen jeweils wieder neu eingeladen werden. Und was auch nicht ganz so optimal erscheint – die Levelcodes bleiben natürlich immer die Gleichen... diese kann man leider nicht editieren und durch neue austauschen... aber naja... immerhin gibt es die Möglichkeit selber kreativ zu werden und diesen Content auch mit dem Rest der Welt teilen zu können – wenn man mag natürlich vorausgesetzt.

Technisch gibt es von meiner Seite aus nichts zu meckern. Das Spiel (und der Editor) ist grundsolide, es sind mir keine Bugs oder sonstige Ungereimtheiten aufgefallen – alles funktioniert so wie es soll. Musikalisch beschränkt sich das Ganze auf den total geilen Titeltrack, einem Guten während des Spieles (welcher allerdings mit der Zeit schon eine Tendenz zum Nerven hat, wenn man ihn stundenlang anhören muss) und einem kurzen Jingle beim Start eines neuen Levels. Grafisch sind wir zwar nicht mehr ganz „Up to Date“, aber das spielt bei der Art von Spiel eh keine wirklich große Rolle. Man kann die Unterschiede der Steine gut erkennen und das ist ja die Hauptsache. Ab und zu sind aber auch einige Steine gar nicht als solche zu erkennen, da sie ähnlich wie der graue Hintergrund gestaltet und auch platziert worden sind – ich werte dies als kleinen Jux der Entwickler, die sicherlich ihren Spaß daran hatten, wenn der Spieler meint, alles abgeräumt zu haben, das Spiel aber nicht in den nächsten Level springt, weil irgendwo noch ein Tileset versteckt wurde. Solche Kleinigkeiten lockern das ansonsten doch sehr strikte Spielprinzip positiv auf.

Fazit:

Ja, man kann sagen, den „The Creator“ Jungs ist es gelungen, ihr vorher schon anständiges Spiel um weitere positive Features aufzuwerten und somit die beste Version von Combination abzuliefern! Okay, die viel zu geringe Levelanzahl knabbert schon ein wenig am Gesamteindruck – mind. 100 Level hätten es für ein Knobelspiel schon sein dürfen - aber es ist eben gar nicht so leicht, sich neue Level aus dem Kopf zu drücken.

Diese Erfahrung hatte ich übrigens bei einem ähnlichen Spiel am eigenen Leib erfahren – derzeit wird bei mir bei Protovision an Pieces II gewerkelt, welches vom Spielprinzip genau gleich werden wird... und auch dort sucht man kreative Leute, die eigene Level erstellen möchten. Hätte ich die Zeit für sowas, würde ich mich glatt mal daran wagen – aber leider fehlt mir diese mindestens für ein Jahr lang...somit werdet ihr wohl nicht mehr in den Genuß meiner Levelsets kommen... aber sollte das was für euch sein, ich vermittel euch gerne weiter, meldet euch einfach bei mir. ;-)

Ansonsten kann ich sagen – ein sehr forderndes, nettes und süchtigmachendes Knobelspiel – Denkfans sollten sich dieses Schmankel nicht engehen lassen!

Kommen wir zum Abschluss des Testes zu den Testergebnissen... ein Video wird es aus Ermangelung eines eigenen YouTube-Kanales nicht mehr geben.

Pro/Cons:

Positiv

  • forderndes, faires und süchtigmachendes Spielprinzip
  • Levelgestaltung
  • geniale Titelmusik
  • Leveleditor
  • speicherbare und wieder einladbare Level
  • Levelcodes

Negativ

  • nur 40 Level

Auf der berühmt berüchtigten Scala von 1 bis 10 erhält dieser Titel eine 7!

Bezugsquelle: Digital Talk 98

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Dieser Artikel wurde vor 6 Jahr(en) , 7 Monat(en) und 10 Tag(en) veröffentlicht, es ist also möglich, dass der Inhalt inzwischen nicht mehr aktuell ist.

Schlagworte : C-64, Test, Digital Talk

Trixter
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