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Veracrypt mit GUI für Pi4
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15.08.20 16:33
Trixter 

Administrator

Veracrypt mit GUI für Pi4

In meinem Urlaub habe ich ein wenig mit meinem neuen Pi4 und TrueCrypt/VeraCrypt experimentiert und bin einer Anfrage einer Mail nachgegangen, warum es für beide Programme auf dem RaspberryPi keine GUI gibt. Alle Tutorials die es zu dem Thema gibt, enden mit einer Programmversion die per Kommandozeile gesteuert werden muss - daß das keine gute Idee ist, wenn die Bash Pfade und sogar das Passwort in Klartext speichert, kann sich ja jeder vorstellen.

Herausgefunden habe ich folgendes - TrueCrypt ist zu alt. Die für die GUI benötigten Daten sind zwischenzeitlich nicht mehr im Netz zu finden, da Server oder Anbieter nicht mehr existieren. Hat man sie dennoch aus alten Archiven zusammengesucht, weigert sich der Compiler oder das Betriebssystem - denn das ist inzwischen zu neu. Wie man es auch dreht und wendet - mir war es nicht möglich, dem alten TrueCrypt eine GUI zu verpassen.

Dafür kann ich beim Nachfolger Erfolg verbuchen. Fragt mich bitte nicht, wie man die Schritte nachstellt, denn ich weiß es selber nicht mehr. Ich habe zwischenzeitlich etliche Archive, Software, Libs, Abhängigkeiten installiert und inzwischen wieder vergessen, denn ich wollte ja kein Tutorial erstellen, sondern nur ausloten, ob es überhaupt machbar ist. Somit gibt es jetzt eine von mir kompilierte Binary, die über eine GUI verfügt und die ihr herunterladen und nutzen könnt. Es handelt sich dabei um Version 1.24 Update 4 - das war die zum Zeitpunkt der Erstellung neueste die für Raspbian bereit gestellt wurde (inzwischen ist Version 1.24 Update 6 aktuell).



Wenn eure Imagedatei zuvor mit TrueCrypt erstellt wurde, müßt ihr vor der Einbindung dies dem Tool mitteilen. Bei den Preferencen müßt ihr einen Haken bei TrueCrypt Mode bei den Mount Optionen setzen...



Unabhängig davon ob True oder Veracrypt - ihr müßt, ebenfalls bei den Preferencen, unter System Integration einen Haken setzen bei "Do not use kernel cryptographic services". Diese Option ist Kernelabhängig und weist an, daß die Verschlüsselung vom Kernel übernommen wird - nur kann der Raspbiankernel dies gar nicht (keine Ahnung, ob der Pi dazu hardwaretechnisch überhaupt in der Lage ist). Das bedeutet, daß die Schreib und Lesezugriffe langsamer sind als zB. auf einem PC - aber hey, das fällt bei einem Pi ohnehin nicht so ins Gewicht. Ich konnte problemlos mein Testimage nutzen.



Mit diesen Einstellungen hat die Einbindung eines mit TrueCrypt erstellten Containers ohne Mucken und Fehler auf Anhieb geklappt.

Beachtet bitte - diese VeraCrypt-Version mit GUI wurde auf einem RaspberryPi 4 mit der neuesten Raspbianversion erstellt. Ein Test auf anderen Pi´s (3er, 2er, 1er) schlug fehl - daher vermute ich, daß dieses Programm nur unter einem Pi4 läuft.

Im Archiv befinden sich zwei Dateien. veracrypt und veracrypt.desktop. Das eigentliche Programm ist "veracrypt", dieses gehört (als root) nach "/usr/local/bin" kopiert. Die andere Datei ist eine von mir flüchtig erstellte Desktopdatei, welche ihr zB. auf den Desktop legen oder sie in das Startmenü kopieren könnt, damit das Tool auf Mausklick startet. Alternativ könnt ihr aber auch eure Bash öffnen und das Programm via "veracrypt" oder "sudo veracrypt" starten.

Ich hoffe, daß noch jemand außer dem Mailschreiber mit dem Teil was anfangen kann. Ich gebe keinen Support und keine Gewähr darauf, ich stelle es nur "so wie es ist" zur Verfügung. Wer´s gebrauchen kann - viel Spaß damit...

http://nemesiz4ever.de/mediathek/pi4/veracryptGUI1244.zip

MfG, Trixter

Datei-Anhänge
19.08.20 15:54
birdy1 

Administrator

Re: Veracrypt mit GUI für Pi4

Ist es denn sinnvoll eine Verschlüsselung überhaupt zu verwenden?
Für mich persönlich macht es doch eher Sinn einzelne Dateien zu sichern.
Zum Beispiel nutze ich den Tresor von der Sparkasse. Dort brauchtr man dann eine TAN um auf die Daten zugreifen zu können.
Das komplette verschlüsseln der Daten auf der Festplatte sehe ich eher als Leistungsbremse.
Gruß Ralf

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