DVB-T2 Vergleichstest Vivax vs. Opticum



Samstag 30 September 2017 von Trixter Sonstige Test keine Kommentare

Ursprünglich war nur geplant, einen Receiver zu testen, nämlich den günstigen 180H von Vivax. Im weiteren Testverlauf stellte sich allerdings heraus, daß es eine weitere Firma gibt, die das selbe Model unter einem anderen Namen und Logo vertreibt (Opticum Lion HD 265 plus). Zudem gab es Bugs, welche durch ein Firmwareupdate der anderen Marke behoben wurden. Da ich mir dieses aufflashte und hinterher meine Fernbedienung nicht mehr lief, besorgte ich mir auch gleich noch das andere Modell und beschloss, dieses ebenfalls einem Test zu unterziehen.


Daher kommt es an dieser Stelle zu einem Vergleichstest beider Geräte und einer Aufteilung der Artikel. In diesem hier, werde ich auf die Dinge eingehen, die beide Geräte gleichermaßen betreffen. Auf die Unterschiede gehe ich samt Fazit dann in den eigenen Artikeln ein.                         

Egal ob sich der Receiver Vivax 180H oder Opticum Lion HD 265 plus nennt, es ist immer das selbe Gerät. Von der Hardware her, aber auch vom Gehäuse. Es unterscheidet sich einzig und alleine vom
aufgedruckten Herstellerlogo und der Bezeichnung. Deswegen meine ich auch beide Geräte, selbst wenn ich ab jetzt nur noch von einem Gerät spreche.           
                                        
Das Gerät ist nicht Freenet-tauglich, es können also keine Pay-TV-Werbesender in HD empfangen werden, selbst wenn man dafür bezahlt hätte. Das Gerät ist recht klein - es ist von der Tiefe her so groß wie eine 3,5 Zoll Diskette und von der Breite ungefähr 1 1/2 Disketten. In anderen Worten 150 x 90 x 36mm. Es wiegt gerade mal 0,24kg und verbraucht 6 Watt im Betrieb und 1 Watt im Standby. (12/1 Watt laut Opticum)
                                        
Im Lieferumfang ist nur das Gerät, die Fernbedienung und eine Anleitung. Die Onscreenoberfläche kann auf Deutsch umgestellt werden - allerdings ist das Stromkabel mit gerade mal 1 Meter unterdimensioniert. Unterstützt wird der alte DVB-T Standard aber auch das neue DVB-T2 (darauf kommt es ja in unseren Zeiten auch an).       
                                       
Nach dem Anschluss an den Fernseher über HDMI oder SCART, startet das Gerät mit der Erstinstallation, dh. Sendersuchlauf. Alle gefundenen Fernseh-, aber auch Radiosender werden anschließend in einer Senderliste gespeichert, welche ohne Firmwareupdate noch fehlerhaft sein wird (etwa falsche Sendernamen). Diese Einstellungen kann man später manuell ändern und umbenennen. Da auch Internetsender oder Paysender gefunden werden, kann man diese überspringen oder löschen lassen. Diese Einstellungen sind Paßwortgeschützt und setzen entweder das vorgegebene Paßwort von "888888" voraus, oder ein eigenes, welches man noch vergeben kann.
                                       
Schön ist auf jeden Fall die eigene Belegung, so kann man zB. Sender auf eine beliebige Taste legen. Etwa ARD auf 1, ZDF auf 2, usw. - viele (auch Marken) Receiver belegen die Sendernummer auf die Programmnummer, sodaß eine Sortierung nur via Favoritenliste, aber nicht über die Tastennummern möglich ist. Solch eine Favoritenliste läßt sich aber auf Wunsch auch mit diesem Gerät realisieren. (Sendernummer bedeutet in diesem Fall nicht die logische Belegung nach gewohntem Muster - etwa ARD auf 1 - sondern bezieht sich auf die gefundenen Sender beim Suchlauf. Wurde zB. ZDF auf Kanal 18 gefunden, ist das auch die Nummer unter der der Kanal später aufgerufen werden muss auf der Fernbedienung. Mit diesem Gerät kann man aber belegen wie man es für richtig hält) Hat man dies einmal nach seinen Wünschen eingerichtet, bleiben diese Einstellungen bis zum nächsten automatischen Sendersuchlauf erhalten - auch wenn der Strom weg ist! Dh. das Gerät verfügt zwar über keinen eigenen Taster zum Ausschalten - es geht immer nur in den Standbymodus - aber man kann ohne Probleme den Stecker ziehen, wenn man es nicht nutzt und später beim erneuten Einstecken ist immer noch alles enthalten. Manche Receiver darf man ab dem Punkt komplett neu einrichten - hier nicht... was man allerdings nicht verschweigen darf ist, daß es hier und da nach einer solchen "Stromlosen" Phase vorkommt, daß man die Untertitel per Fernbedienung ausschalten muss, sollten diese stören - diese sind wohl standardmäßig aktiviert.                              
                                       
Leider ließ sich nicht genau ermitteln, wie viele Sender das Gerät anzeigen kann, das LED-Display hat aber 3 Stellen und kann auch Buchstaben anzeigen. Dies bezieht sich allerdings nicht auf Sender, sondern auf Funktionen, etwa USB. Andersrum ist das auch egal, da man über DVB-T2 auch keine 3stellige Masse an Sender erwarten darf. Ich bekomme hier an meinem Standort derzeit 14 ansehbare Sender (ohne die Internet oder Paysender) - daher gehe ich davon aus, daß der Receiver mindestens bis 99 Programmplätze aufnehmen könnte - gäbe es soviele.  
                                        
Eine Onscreenprogramminfo (EPG) ist natürlich vorhanden (wenn auch ohne Update fehlerhaft), hierüber kann man auch Sendungen programmieren. Ganz recht, der Receiver verfügt über eine Aufnahmefunktion (wenn aktiviert, siehe eigene Artikel). Dabei unterscheidet man zwischen Timeshift, also dem Anhalten und Weiterschauen des Programms oder einer Aufnahme, die die Sendung am Ende auf einem USB-Gerät hinterläßt. (Stick, HD) Timeshift ist solange möglich, wie Platz auf dem Medium vorhanden ist, zudem wird die Aufnahme nach dem Anschauen wieder gelöscht. Reguläre Aufnahmen lassen sich am Gerät in dessen Mediafunktion abspielen, aber auch am PC zB. mittels VLC-Players. Auch ein Konvertieren in andere Formate ist natürlich problemlos möglich. Die Qualität der Aufnahmen ist sehr gut - hätte ich von so einem Gerät in der Preisklasse nicht erwartet. Und auch die Mediafunktionen des Gerätes sind gut - zumindest was die unterstützten Formate angeht. Bis auf Flashvideos (FLV) hat der Player alle Filmformate abgespielt, auch MKV, MP4, die neueren DivX und MPG.
                                        
Musik spielt er auch (zB. MP3), hat aber einen Riesenbug bei der Darstellung von Bilddateien. Diese werden nicht nur falsch, sondern regelrecht kaputt angezeigt, aber hey, wer will schon seine Bildersammlung über ein DVB-T Gerät anschauen? Ebenso unsinnig ist der vorhandene Ethernetport zum Anschluss an einen Router. Wer hier Internetinhalte wie HbbTV erwartet, wird  enttäuscht werden. Dieser Anschluss ist nur zur Nutzung einiger mitgelieferten Apps wie Wetterdienst, FTP-Server (was soll das?) oder Google Maps. Dafür eigens ein Kabel zu legen, lohnt  sich echt nicht. Aber naja, ist halt an Board, muss man ja nicht nutzen.
                                        
Positiv zu werten ist dann wiederum die zuschaltbare 5 Volt Spannung für aktive Außenantennen, welche keine eigene Versorgung mehr benötigen. Die Auflösung kann man ebenso auf seinen Fernseher anpassen, wie die Darstellung. So könnte man zB. moderne FlachbildTV's mit FullHD füttern und alte Röhrenbildschirme mit der regulären Auflösung. 16/9, 4:3, PAL, NTSC, usw. werden ebenfalls unterstützt. Es gibt auch eine Videotextfunktion, welche aber je nach Darstellung, etwas schlechter ausschaut, als wie man sie von seinem TV gewohnt ist. Als Tip: einmal aktivieren, dann wieder rausgehen und dann die Funktion vom Fernseher nutzen! Diese funktioniert dann wie von Geisterhand... Tip  2: Sollte man Synchrofehler zwischen Bild und Ton feststellen, so liegt die  Ursache beim Fernseher. Im Receiver eine niedrigere Auflösung wählen und die Fehler sollten verschwinden.            
                                        
Befindet sich das Gerät im Standby, wird die Uhrzeit angezeigt. Diese ist aber erst durch ein Firmwareupdate automatisch zur richtigen Darstellung zu bewegen. Alle anderen schalten auf manuell um und richten Zeitzone plus 2 Stunden obendrauf ein, damit diese Funktion exakt funktioniert. Noch erwähnenswert sind die Funktionen der Lautstärke und die Stummschaltung über die Fernbedienung.
                                        
Ansonsten wären wir quasi für diesenTeil mit dem Test durch. Die weiteren Feinheiten gibt es in den eigenen Artikeln zu lesen - ebenso das Fazit, für wen welche Version am Besten geeignet ist. Kurzum kann ich aber hier schon zusammenfassen, daß gute DVB-T2 Hardware nicht teuer sein muss. Man kann durchaus auch mit einem günstigen Gerät gute Erfolge erreichen und zufrieden sein. Kommt natürlich auch darauf an, was man erwartet aber wer nur die Öffentlich/Rechtlichen Sender empfangen, etwas von ihnen aufnehmen oder seine eigenen Filme ansehen will, der wird mit diesem Gerät seine Freude haben - allerdings erst nach einem Firmwareupdate. Warum lest ihr in den nachfolgenden Artikeln...               

Schlagworte : Test

Trixter
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