DVB-T2 Test Einleitung/Statement



Samstag 30 September 2017 von Trixter Sonstige Test 3 Kommentare

Am 28.März 2017 wurde das Digitale Antennenfernsehen DVB-T abgeschaltet und durch DVB-T2  ersetzt. Zudem erhielt es den Namenszusatz freenet TV, welches leider gar nicht "free" (also frei, bzw. kostenlos) ist, sondern nur eine neue Abkassierart für werbefinanzierte Sender darstellt.

Diese Einleitung und die nachfolgenden Artikel stammen aus der Digital Talk 100 und wurden im Rahmen von 2 YouTube Videos für den Blog aufbereitet, wobei die Konvertierung etwas länger als gedacht dauerte und enorme Textmengen anfielen, weshalb diese jetzt hier Schrittweise erfolgen. Ich werde euch im Verlauf der kleinen Textreihe mehrere Geräte vorstellen und auf Herz und Nieren testen - exakt so, wie es sich bei mir privat ergeben hat.

Aber beginnen wir der Reihe nach...  

Mit DVB-T wurde damals ein Standard geschaffen, digitales Fernsehen über die alte Hausantenne  zu empfangen. Dies stellte für viele Nutzer eine Alternative zum teuren Kabelanschluss oder zur nicht genehmigten Satellitenschüssel dar, alles was man brauchte, war ein Empfänger und je nach Standort eine aktive Antenne. Kosten waren - bis auf die der Anschaffung, keine zusätzlich aufgetreten, da die Zwangsabgabe GEZ die öffentlich-rechtlichen Sender generell sicher stellte. Zudem konnten nur in bestimmten Ballungsgebieten, private Sender unverschlüsselt empfangen werden. Neben Receivern und USB Sticks für Computer, boten  Hersteller auch gleich Fernseher mit integriertem DVB-T Tuner an. All diese Geräte sind nun - obwohl technisch völlig in Ordnung - hinfällig und unbenutzbar geworden.

Bei den Fernsehern kann man natürlich den Weg gehen und ein externes DVB-T2 Gerät nachrüsten, aber die interne Technik wurde total überflüssig. Das ist ein Umstand, den ich persönlich nicht in Ordnung finde - schließlich sind die Sachen nicht kaputt gegangen, sondern die Anbieter haben einfach was beschlossen, umgesetzt und abgeschaltet, aber ohne darauf zu achten, wieviele Leute das noch nutzen und sie damit vor den  Kopf gestoßen, bzw. dazu gezwungen, neue Geräte anzuschaffen! Richtig wäre es gewesen, die alte Methode weiterhin zu bedienen, bis der Großteil der alten DVB-T Geräte den Geist aufgegeben hätten - was ja nur eine Frage der Zeit ist.    Zudem frage ich mich noch, wo bitte der große neue Unterschied zum alten sein soll, was diese Umstellung notwendig machte. Der Nutzer merkt vom Prinzip nämlich erstmal nichts - weder mehr Sender, noch weniger störungsanfälliger, noch irgendeinen anderen Unterschied, wenn er wie ich noch einen Röhrenfernseher nutzt. In unseren Zeiten, wo erst gerade in nächster Zeit viele "analoge" Sachen abgeschafft werden (etwa Telefon, KabelTV) - mit deren Einstellung ich ebenfalls nicht einverstanden bin - fällt dieser Aspekt hier aber auch flach, denn DVB-T war ja schon "digital"!

Die Ursache ist hier auch ganz woanders zu suchen als beim tollen Argument von noch höher aufgelösten Bildern und mehr (Werbe)Sender kostenpflichtig empfangen zu können. Die Antwort ist eine andere, aber die wird nicht gesagt: Die Sendefrequenzen wurden an einen anderen Anbieter verschachert, bzw. ihm zugesprochen. Nach meinen Informationen hat diese nun die Firma O2 bekommen. In der BRD ist es nämlich üblich, daß Sendefrequenzen nur "vergeben", dh. befristet für einige Jahre werden. Das betrifft übrigens auch DECT-Telefone, Funkgeräte und Babyphones - halt alles was irgendwo und was senden kann. Dies war also schon vorher den Machern klar und so plante man direkt was neues zu machen - keine Ahnung welche Rolle Freenet dabei spielt - das ist dieselbe "grüne" Firma, die damals Internetanschlüsse verkauft hat, ehe sie den Kram an 1und1 vertickte und sich auf den Smartphonemarkt beschränkte. Vermutlich haben die fehlenden Interneteinnahmen gefehlt und so wurde flugs ein neues Betätigungsfeld gesucht und ein Deal mit dem neuen DVB-T2 realisiert. Freenet speist gegen Bares nun auch die Werbesender mit ein und verlangt für diese Wundertat 69 Euro pro Gerät, also pro Fernseher!     
                                      
Eine Unverschämtheit, für werbefinanziertes Fernsehen auch noch eine Gebühr zu verlangen - schließlich sollen diese Werbeeinnahmen ja den kostenfreien Empfang sicher stellen - zumindest haben sie uns das damals immer erzählt. Wer hier jetzt auch noch freiwillig Geld bezahlt um Werbung in HD sehen zu können, der muss einen an der Waffel haben - oder ist schon so weichgespült im Kopf, daß er diesen Unsinn gar nicht mehr merkt und meint, daß dies so sein müßte. Keine Ahnung, meins ist das nicht und ich würde einen Teufel tun um das zu unterstützen.

Daher teilt sich der Oberbegriff DVB-T2 in zwei Bereiche auf, zum Einen der Empfang der "Öffentlichen" kostenlos und/oder der "privaten", was aber eine Gebühr kostet. Zum Empfang benötigt der Zuschauer natürlich auch einen speziellen Receiver. Während die kostenlosen Sender mit jedem aktuell auf dem Markt erhältlichen Gerät funktionieren, muss beim Kommerz-TV ein Gerät mit einem grünen Freenet-Logo gekauft werden. Nur diese Geräte haben den für die Entschlüsslung nötigen Chip an Board. Die Preise fangen für solche Geräte dann so um die 120 Euronen an. Geräte ohne diesen Mumpitz liegen preislich zwischen 39 bis 70 Euronen, wobei man allerdings darauf hinweisen muss, daß sehr viele dieser Geräte schon vor der DVB-T Umstellung gebaut wurden - also handelt es sich um sogenannte Dual-Receiver, welche beide Standards unterstützen... sollten.                     
                                        
Das Problem was sich zeigte als es soweit war, war, daß man zwischenzeitlich wohl etwas an der Ausstrahlungsart geändert hatte, sodaß alle Geräte Anfangs dieselben Probleme aufwiesen. Fehlerhaftes EPG (Onscreen Programminfos), falsche Sendernamen, Speicherfehler, usw. Diese Fehler sind bei den meisten Geräten mittlerweile durch Firmwareupdates behoben worden - aber leider beileibe nicht bei allen. Daher immer im Vorfeld die Webseite des Herstellers besuchen und schauen, ob dieser Updates bereit stellt oder nicht - fehlen diese, laßt diesen Hersteller aus und sucht euch einen, der dies macht!

Wohnt man nicht gerade in einem Ballungsgebiet kann es nicht schaden, sich direkt eine aktive Dach/Zimmerantenne zu kaufen. Diese wird elektrisch betrieben und verstärkt das Signal um bis zu 35dB. Das ist bitter nötig, möchte man alle Sender empfangen, bzw. sollen diese ohne Störungen sein. Bei mir ist es so,  daß ich über eine normale Stabantenne nur rund 6 Sender out of the Box empfangen kann - aktiviere ich meine aktive Zimmerantenne, werden noch rund 8 weitere Sender möglich, sodaß ich hier momentan 14 Sender sehen kann. Allerdings denke ich derzeit über eine Außenantenne nach, da je nach Witterung der Empfang schwächer wird bei den Sendern, die ich über diese aktive Antenne empfange und ich keine große Lust habe, mit dem Ding im Büro auf Wanderschaft zu gehen, nur um den gerade optimalen Platz zu finden, wo die Übertragung gerade am Besten ist. Also auch in diesem Punkt wurde nichts verbessert, eher verschlechtert, denn der neue Standard überträgt mindestens das Doppelte, wenn nicht Dreifache der Daten die bei der ersten Variante angefallen sind. Dementsprechend braucht es auch leistungsstarke Hardware - ein Raspberry Pi mit USB-Empfänger wird wohl nicht mehr ausreichen. Beachte auch - bei Pay-TV wird auch noch die Verschlüsselung mit übertragen und im Gerät "live" decodiert! Das braucht Power!             
                                      
Daher mein Fazit zu dieser Aktion, die in meinen Augen überflüssig war und nur neue Einnahmen (für wen auch immer) generiert. Wenn man schon was aus Zwang den Leuten aufbürdet, dann sollte das "Neue" auch wirklich besser, oder zumindest ausgereift sein. Dies ist wie bei der Abschaffung  der Glühbirne natürlich nicht geschehen. Daher kann ich nur jedem anraten, der etwas mit dem Thema anfangen kann, der darauf angewiesen ist oder gezwungen wird - holt euch zum ersten Testen ein kostengünstiges Gerät. Schaut euch den Mumpitz ersteinmal an und entscheidet dann am "lebenden Beispiel" ob die Sache etwas für euch ist oder nicht. Ist es Murks, habt ihr nicht so viel Geld in den Sand gesetzt - läuft es gut, kann man hinterher immer noch auf einen teuren Receiver setzen, der evtl. noch mehr Features und Funktionen bietet.

Hinweis: In diesem Artikel habe ich weder Logos noch Links eingebunden, da ich durch deren "kryptische" Nutzungsbedingungen nicht wirklich durchblickte - sucht also bitte selber über eine Suchmaschine danach, wenn ihr euch auf den offiziellen Seiten näher informieren wollt. Das erste Video erscheint nach Einbindung des letztes Artikels zu den "Freien Receivern", das abschließende zum Thema Freenet ist noch in der Mache und erscheint in Kürze...

Als nächster Artikel hier im Blog erscheint der "Receiver-Vergleichstest zwischen Vivax und Opticum"...

Schlagworte : Test

Trixter
Administration Nemesiz v4 Projekt
Aufgaben im Nemesiz: Administrator, Autor & Moderator, Übersetzung & Bugfixing
Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

  • Kommentare

  •  Racer
     #1 schrieb am 01 Oktober 2017

    @Trixter: ab 45 Euro bekommt man mittlerweile einen Qualitäts-DVB-T2-HD-Receiver von Samsung (MB540, mit Freenet TV und HbbTV - ob man's nun braucht, oder nicht) und nicht erst ab 120 Euro, und muss sich nicht mit solchen NoName Geräten rumplagen. Außerdem bewahrheitet sich bei deinen Anschaffungen wiedereinmal das alte Sprichwort: "Wer billig kauft, kauft zweimal!". Denn zum Preis deiner beiden Geräte hättest du locker den Samsung bekommen.

  •  Racer
     #2 schrieb am 01 Oktober 2017

    Ok, PVR geht mit dem Samsung nicht, aber wer nimmt heute noch auf, wo es die Mediatheken gibt?

  •  Trixter
     #3 schrieb am 02 Oktober 2017

    @Racer : Bedenke... zum Zeitpunkt der Artikelerstellung Anfang 2017 gab es keine Alternativen - das mag heute wieder anders aussehen. Zudem hab ich jetzt 2 funktionelle Geräte - welche beide auch im Einsatz sind für den selben Preis MIT Aufnahmefunktion UND freier Senderbelegung. Und ob Samsung wirklich bessere Qualität abliefert, stelle ich auch mal zur Frage - so wie die mit ihren Kunden im Smartphonesegment umgehen plus den Eskapaden bei ihrer Hardware (defekte Chips, Akkubrände, Displayschäden), ist Samsung für mich erstmal ein Hersteller, den ich meiden würde - bis sie mich vom Gegenteil DURCH Qualität überzeugen. Nein, ich bin zufrieden mit den billigen Teilen, alles gut...

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