RaspberryPi Raspbian im Heimnetz



Dienstag 26 Mai 2015 von Trixter Tutorial RaspberryPi keine Kommentare

In diesem RaspberryPi Tutorial werden wir den Pi unter dem Betriebssystem Raspbian ins eigene Heimnetzwerk bringen, das Gerät von Windows aus "fernsteuern" und Daten austauschen. Wir lernen zudem den Umgang mit dem PCManFM Dateimanager - denn auch hier gibt es einige Feinheiten zum reibungslosen Betrieb zu beachten...

Hinweis

Dieses Tutorial hat einen RaspberryPi 2 B als Grundlage - einige Dinge können bei der ersten RaspberryPi Generation, bzw. durch Updaten unterschiedlich sein - ich werde zwar versuchen, auch auf diese Feinheiten (falls sie mir bekannt sind) einzugehen, kann es aber natürlich nicht garantieren, daß es sich bei euch gleich verhält - falls ihr Fragen oder Probleme mit euren Modellen haben solltet - im Neme findet ihr einen eigenen RaspberryPi-Forenbereich, wo ihr euer Anliegen gerne posten dürft.

Feste IP Adresse

Grundlage für folgende Tips ist, daß der Raspi vom Router immer dieselbe IP-Adresse zugewiesen bekommt, damit das Gerät reibungslos gefunden und angesprochen werden kann. Wer einen Router wie die Fritzbox besitzt, könnte zB. dem Netzwerkgerät unter dessen Eigenschaften eine Option wie "diesem Gerät immer die gleiche IP Adresse zuweisen" aktivieren - aber besser ist, bzw. für alle anderen gilt, diese IP-Adresse selber festzulegen. Wer nicht weiß, wie man an die benötigten Daten wie aktuelle IP-Adresse oder Gateway an seinem Router gelangt, startet unter Raspbian das LXTerminal und gibt dort ein:

ifconfig


Schaut bei der von euch verwendeten Verbindungsmethode nach (zB. eth0=Ethernatkabel, WLAN wird entsprechend anderslautend dargestellt) der inet Adresse (=derzeitig verwendete Internetadresse) und der Maske (=verwendete Netzmaske) - schreibt euch diese Werte irgendwo auf.

Update: Die nachfolgende Methode bezieht sich auf die alte Art und Weise, wie man seinem Raspi einstellen muß - durch ein neuerliches Update von Raspbian wurde diese Vorgehensweise hinfällig. Wer in seiner "Taskleiste" neben der Lautstärkeregelung ein Icon mit zwei Bildschirmen sieht (DHCPCD), muss die Netzwerkeinstellung "feste IP-Adresse" über dieses Tool einrichten - siehe hierzu folgendes Tutorial - alle anderen machen hier weiter im Text...

Tippt im Terminal ein:

sudo nano /etc/network/interfaces

Im geöffneten Editorfenster sucht nach dem ersten Eintrag:

iface eth0 inet dhcp

und ersetzt das abschließende "dhcp" (=IP Zuweisung durch den im Router vorhandenen DHCP-Server) gegen ein "static". Dann fügt man folgende Zeilen darunter ein:

address 192.168.178.49
netmask 255.255.255.0
gateway 192.168.178.1


Zur Erklärung...

  • address - die neue statische IP Adresse, unter der der Pi künftig immer zu erreichen sein soll. In meinem Fall sollte er die schon von dhcp zugewiesene Adresse erhalten, da ich weiß, daß diese auf jeden Fall verfügbar war. Natürlich könnt ihr bei euch auch irgendeine gewünschte IP Adresse verwenden, solange sie nicht außerhalb des erlaubten Adressraumes liegt, bzw. nicht schon für ein anderes Gerät verwendet wird. Das wäre in diesem Beispiel der extern notierte Wert von "inet Adresse"
  • netmask - ist der Wert der Netzmaske, des zuvor extern notierten Wertes von "Maske". Normalerweise sollte er standardmäßig auf 255.255.255.0 stehen - falls nicht, trage dort natürlich den eben bei dir ermittelten Wert ein
  • gateway - diesen Wert haben wir nirgendwo ermittelt, weil er im Grunde sehr leicht selber zusammenzusetzen ist - es ist nämlich der Pfad zu eurem Router. Er sollte bis zur letzten Zahl völlig identisch mit der ermittelten IP-Adresse sein, allerdings nimmt man als letzte Zahl eine "1". Solltest du irgendwas an deinem Router umgestrickt haben (warum auch immer) und dabei die Standardwerte verändert haben, mußt du das hier natürlich entsprechend einstellen - aber das wirst du selber am Besten wissen, da in diesem Fall jedes andere Gerät, welches ins Netz will, diese Änderungen ebenfalls benötigt

Speichert den Text ab (STRG+X, J, ENTER) und rebootet das System. Sollte es bei euch nur bis zum Einloggpromt booten (und nicht direkt in die grafische Oberfläche X), seht ihr euren Erfolg daran, daß über dem Prompt jetzt eine Zeile aufgetaucht ist, die so lautet "My IP address is XX.XX.XX.XX" (wobei X eure vorher definierte Adresse ist). X-User tippen zur Kontrolle im Terminal den oben schon verwendeten "ifconfig" Befehl ein.

Fernsteuern via SSH

Um Zugriff von unserem Windows-PC auf den RaspberryPi zu haben (zB. um Updates einzuspielen, den Pi rebooten zu lassen, ect.pp - außer den Sachen die über die grafische Oberfläche X laufen natürlich), brauchen wir einen SSH Klienten. PuTTY hat sich in den letzten Jahre für mich sehr bewährt (darüber steuerte ich damals den kompletten NemesizV3-Server) und es macht auch beim Raspi gute Dienste. Ladet euch PuTTY als Binaryversion über die offizielle Downloadseite (oben werden die aktuellen stabilen Versionen angeboten, darunter die sogenannten Nightbuilds mit evtl. Bugs).


PuTTY kommt als direkt ausführbare EXE - also speichert euch das Ding irgendwo, wo ihr es schnell wiederfindet und klickt doppelt darauf. Es öffnet sich und als erstes werden wir es konfigurieren: tragt bei Hostname/IP Adresse die IP Adresse eures Pi´s ein (Port 22), stellt den "Connection type" auf SSH um (falls es irgendwo anders drauf stehen sollte) und gebt dem Ding unter "Saved Sessions" einen Namen und klickt auf "Save". Somit stehen diese Einstellungen jederzeit nachladbar für die nächsten Verwendungen zur Verfügung. Danach klickt ihr auf "Open" und bestätigt evtl. Nachfragen zu einem Sicherheitsschlüssel mit "Yes". Dann erscheint die Einloggoberfläche von PuTTY - dort gebt ihr exakt dieselben Einloggdaten wie beim RaspberryPi Prompt ein. Also:

  • login as: pi
  • ´s password: raspberry

Wie auch beim Pi, wird die Eingabe des Passwortes nicht angezeigt! Danach habt ihr dieselbe Bash vor euch wie als wenn ihr vor eurem Pi sitzen würdet und könnt diesen mit exakt denselben Befehlen steuern. Das ist supi, wenn zB. der Pi sich mal aufgehangen hat und sich andersweitig nicht zum rebooten oder ausschalten bewegen lassen will... oder ihr habt das Ding im Wohnzimmer stehen und wollt mal flott vom Büro aus Updates durchführen. Sollten bei euch die Sonderzeichen und Umlaute falsch dargestellt werden (und es stört euch), dann stellt zudem noch unter "Window/Translation" das Charakterset auf UTF-8 um!

Dateimanager

Mit dem Dateimanager haben wir ein mächtiges Werkzeug in der Hand um zB. Daten zu kopieren, zu verändern, zu starten, ect.pp. Über dieses Tool werden wir vom Pi aus auch in das heimische PC-Netzwerk zugreifen können, um zB. aus freigegebenen Ordnern Daten vom PC zum Pi zu kopieren. Zwei Anmerkungen dazu im Vorfeld. 1. es ist natürlich auch möglich, auf dem Pi Ordner freizugeben, mit denen man vom PC aus auf den Pi zugreifen kann - aber diese Methode ist sehr umfangreich und kompliziert zu bewerkstelligen, da man Freigaben über manuelle Texteingaben inkl. Pfadangaben und evtl. Paßwörtern erzeugen müßte und einen Samba-Server benötigt - mit der Maus über einen Ordner zu fahren und dort via Rechtsklick eine Freigabe zu ermöglichen, funktioniert unter Linux nicht! Zudem (so empfinde ich es) hole ich mir lieber vom Pi aus meinen Kram vom PC als andersrum (natürlich ist der andere Weg genauso möglich - man kopiert Sachen die zum PC sollen, dann halt in den freigegebenen Ordner vom PC, fertig) Diese Anleitung geht aber nur auf die einfache Methode ein. 2. haben die Macher von Raspbian in den neuen Versionen des Betriebssystems die administrativen Rechte eingeschränkt. Konnte man unter RPi1 noch im Dateimanager durch Buttonklick in den Adminmodus springen, so muss man - wenn man denn administrative Rechte haben will, etwa um Configdateien mittels Texteditors zu ändern - ein seperates Icon des Tools auf den Desktop legen und dieses mit dem "gksudo" Befehl ausstatten - exakt so, wie wir es im letzten Tutorial mit dem "Synaptic Paketmanager" gemacht haben. Aber das nur nebenbei, weil wir einmal beim Dateimanager sind und mir diese Dinge zwischenzeitlich aufgefallen sind.

Hier die Vorgehensweise nach der einfachen Methode...

  • gebt auf eurem PC den gewünschten Ordner frei (rechtsklick auf den Ordner, Freigabe und Sicherheit oder unter Eigenschaften/Freigabe (je nach Windowsversion), dann "diesen Ordner im Netzwerk freigeben" und evtl. noch "Netzwerkbenutzer dürfen Dateien verändern", falls ihr vom Pi aus auch Dateien ändern oder löschen wollt
  • startet unter Raspbian den PCManFM Dateimanager aus der "Taskleiste" (Ordnerschranksymbol), klickt auf "Gehe zu" aus der Menüleiste und dann auf "Netzwerk". Dann Doppelklick auf "Windows Netzwerk", danach auf euren Netzwerknamen (zB. HOME), dann auf den Namen eures PC´s im Netzwerk und dann auf den freigegebenen Ordner
  • markiert die Datei(en) die kopiert werden sollen mit der Maus, dann Rechtsklick auf "Kopieren"
  • startet einen weiteren PCManFM Dateimanager - in diesem öffnet ihr dann euer gewünschtes Zielverzeichnis auf dem Pi. Legt zB. einen neuen Ordner an, dann klickt ihr in einem freien Bereich in diesem Ordner und wählt via Rechtsklick "Einfügen"

 

Abschließende Hinweise

Diese Vorgehensweise funktioniert natürlich nur bei Raspbian. Andere Distributionen haben mitunter etwas andere, funktionieren aber vom Prinzip her genau gleich. Wer sich zB. bei meinem Putty-Screenshot wundert, warum ich darunter noch zig andere Configs gespeichert habe - zum einen verändern sich die IP Adressen je nach verwendeter Netzwerkmethode und natürlich auch je verwendeter Distribution. So wird der Raspi unter OpenELEC niemals die unter Raspbian vergebene IP-Adresse erhalten, sondern stets eine neue zugewiesen bekommen, da schlicht und einfach der Netzwerkname des Raspis unter OpenELEC verändert wird, der Router dann denkt, es wäre ein völlig anderes Gerät und somit wird auch eine neue IP vergeben. Hier ist es nur ein wenig einfacher, dies zu ändern, da OpenELEC in seinen Systeminformationen auch gleich die gerade verwendete IP Adresse anzeigt und diese dann ganz einfach in den Einstellungen zur "Festen" gemacht werden kann. Somit braucht es für fast jeden weiteren Einsatzzweck und System, auch verschiedene IP Adressen - obwohl es sich immer um dieselbe Hardware handelt.

Laßt es mich wissen, ob ich die Thematik noch vertiefen oder mit welchen Dingen ich mich als nächstes in dieser Tutorialreihe befassen soll. Mein "offizieller" RaspberryPi-Kurs endet an dieser Stelle - ich persönlich werde mich in nächster Zeit dem Thema Spiele und Emulation näher widmen und evtl. dazu noch einige Tutorials folgen lassen - aber das kann ein wenig dauern, da ich nicht die freie Zeit zur Verfügung habe, die ich eigentlich gerne dafür hätte und mich zwischenzeitlich wohl doch wieder eher mit den Problemen anderer User auseinandersetze als zu meinem persönlichen Spaß zu gelangen. wink

Schlagworte : RaspberryPi, Tutorial

Trixter
Administration Nemesiz v4 Projekt
Aufgaben im Nemesiz: Administrator, Autor & Moderator, Übersetzung & Bugfixing
Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

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